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Wohnen auf dem Wasser


Hauskonzepte
Exklusiv wohnen auf dem Wasser heißt es in Zukunft in Berlin an zwei Standorten, im Bezirk Lichtenberg und am Südufer der Insel Eiswerder im Spandauer See. Ab Sommer 2005 sollen die ersten "Floating Homes" – schwimmenden Villen – festmachen.
Die Entwürfe für die schwimmenden Einfamilienhäuser an der Rummelsberger Bucht mit Wohnflächen zwischen 120 und knapp 160 Quadratmetern auf zwei Etagen erinnern kaum an das, was man sich unter einem normalen Hausboot vorstellt. Dafür haben die beiden Berliner Architekturbüros Baumhauer und Gerold-Geiler-Kaschlik gesorgt: Auf unterschiedliche Weise präsentieren sie schnörkellose, großzügige, lichtdurchflutete Häuser, die tatsächlich mehr an Villen als an Schiffe erinnern. Sie haben riesige Panoramafenster mit Blick auf die Bucht, großzügige Balkone und Dachterrassen – bei Baumhauer stolz wie eine Kapitänsbrücke, bei Gerold intim und privat. Alles in allem nicht nur ein Ambiente für Gutbetuchte mit ausgefallenem Wohngeschmack, sondern auch ein Gewinn für die Ufergestaltung – und damit für alle Berliner und ihre Gäste. Besonders futuristisch werden im Spandauer See die Entwürfe des Hamburger Architekturbüros Förster & Trabitzsch wirken.
   
Projektleiter der Häuser auf dem Wasser ist die landeseigene Wasserstadt GmbH, die für die Entwicklung der städtebaulichen Entwicklungsgebietes verantwortlich ist. Mit der ebenfalls in Berlin ansässigen Nordicon GmbH hat sie einen Investor gefunden, der bereits über Erfahrungen mit schwimmenden Ferien- und Bürohäusern verfügt. Nordicon wird die Häuser bauen, vier davon noch in diesem Jahr. Zu einem Preis von rund 350.000 Euro sollen sie an Interessenten verkauft werden, die entweder selbst hier Ruhe und Exklusivität genießen oder ein Investitionsobjekt erwerben wollen. Günstig: Die Objekte gelten als Wasserfahrzeuge und werden ins Schiffsregister eingetragen, so dass sie mittels einer Schiffshypothek finanziert werden können. Die übliche Finanzierung wird laut Geschäftsführer der Nordicon, Ulf Baithel, erschwert, da Eigenheime auf dem Wasser juristisch nicht als Immobilie gelten.
   
Die Häuser werden auf einem Betonponton errichtet und liegen gestaffelt an einem Gemeinschaftssteg. Zu jedem Haus gehört ein Stellplatz an Land. Weiteres Land wird nicht gekauft. Stattdessen muss an den Eigentümer der Wasserfläche – das Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes – eine jährliche Pacht entrichtet werden. Bei der Konzeption musste oft Neuland betreten werden. Die Ver- und Entsorgungsleitungen werden zum Beispiel von Tauchern unter Wasser verlegt. Und für die Behörden muss so manches Papier beigebracht werden, was „normale“ Bauherren nicht benötigen – etwa ein Attest über die Sicherheit des Pontons. Probleme bereiteten auch die Feuerwehrzufahrt und ein Wendeplatz für Rettungswagen. Dennoch sind Wasserstadt und Nordicon nun guter Hoffnung, nachdem das Vorhaben im vergangenen Jahr schon fast ad acta gelegt worden war. Damals ging die Kunkat Holding GmbH aus Lüneburg mit einer teueren Amphibien-Konstruktion baden. Besonders schön liegen die in unseren Abbildungen vorgestellten Floating Houses. Diese wird die Wasserstadt GmbH am Südzipfel der Insel Eiswerder im Spandauer See mit Blick auf die Altstadt errichten lassen. Hier dominiert die Natur – alter Baumbestand, Havellandschaft und denkmalgeschützte Backsteinbauten prägen das Bild.

© ep@new-econ.de

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 3/2005 (PDF)
   
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