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Kalkarm:
Härtegrad vom Wasser


Wenn aus dem Brausekopf nur spärlich das Wasser tröpfelt und die Kaffeemaschine nach dem Anschalten nur ein müdes Fauchen von sich gibt, ist es wieder soweit. Essig und Zitronensäure werden bald ihren durchdringenden, ätzenden Geruch verbreiten. Eine Entkalkung der Geräte steht an. Das Wasser hart ist und auch erhebliche Schäden an der Waschmaschine anrichten kann, ist jedem Fernsehzuschauer aus der Werbung bekannt. Auch mit dem Nachbarn klappt es nur, wenn keine Kalkflecken auf den Gläsern sind. Aber was ist für die Ablagerungen auf fast allen Dingen im Haushalt verantwortlich?
Ähnliches passiert beim menschlichen Schwitzen. Die Flüssigkeit, die wir bei intensiver körperlicher Anstrengung verlieren, ist reich an Salzen und Mineralien. Nicht alle Moleküle verdunsten, sondern lagern sich auf der obersten Hautschicht ab. Auch unser Trinkwasser ist reich an verschiedenen Stoffen. Enthalten sind Calcium- und Magnesiumverbindungen, die sich beim Verdunsten absetzen. Kalkablagerungen entstehen. Hartes Wasser ist eine gute Basis für Trinkwasser. Aus gesundheitlicher Sicht sollten Calcium und Magnesium nicht unbedingt entfernt werden.

Kaffeemaschine oder Brausekopf jedoch lassen heißes Wasser verdampfen. Die Verdunstung läuft schneller ab und mehr Kalk schlägt sich nieder. Bei der Beschaffenheit des Badehandtuches scheiden sich die Geister: Manche mögen flauschige, manche schroffere Handtücher. Brauche ich zusätzlichen Entkalker für die Waschmaschine oder noch einen Weichspüler für ein kuscheliges Waschergebnis? Waschmittelhersteller geben in ihren Dosierungsanleitungen Härtegrade an; diese reichen vom Härtebereich 1- 4, von weichem bis zu sehr hartem Wasser. Aber wie dosiert man dies? Das Trinkwasser, das aus unseren Leitungen kommt, hat von Region zu Region unterschiedliche Härtegrade. Bei größeren Städten und Gemeinden, die ihr Wasser aus unterschiedlichen Brunnen fördern, können selbst Unterschiede in den Stadtteilen auftreten. Ein Anruf beim Wasserwerk oder bei der Stadtverwaltung gibt Aufschluss über die vorhandene Härte. Nach diesen Angaben kann man die Menge der gewünschten Mittel bestimmen.

Man kann den Härtegrad des Wassers selbst testen. Hierzu sind Teststreifen erhältlich. Dieser Test lohnt sich oftmals, da hochwertige Küchengeräte auf die vorhandene Härte eingestellt werden können. Hochwertige Espresso- und Cappuccinomaschinen zeigen ihre Entkalkungs- und Reinigungsintervalle nach vorheriger Programmierung automatisch an. Die Lebensdauer der Geräte kann so verlängert werden. Destilliertes Wasser, dem alle Mineralien entzogen wurden, verlängert die Lebensdauer eines Dampfbügeleisens. Wer hier mit falschen oder zu stark dosierten Mitteln entkalkt, darf sich über Geräteschäden nicht wundern.
   
Unerwünschte Ablagerungen in den Wasserleitungen lassen sich kaum vermeiden. Wurden früher Blei- und Kupferleitungen eingesetzt, geht der Trend heute zu Kunststoffleitungen. Hier wird dem Kalk wenig Angriffsmöglichkeit gegeben. Schwachpunkt im Heizkreislauf sind oft die Wärmetauscher in den Heizgeräten. Hier kann sich der Kalk leicht absetzen und zu Defekten führen. Um Verkalkungen Einhalt zu gebieten, kann man den Kauf einer Entkalkungsanlage in Erwägung ziehen. Auf dem Markt gebräuchlich sind zwei unterschiedliche Systeme.

Ökologisch nicht unumstritten ist die Lösung, mit Salzen und Zusatzstoffen dem Trinkwasser die Härte zu nehmen. Die Funktionsweise ist mit gebräuchlichen Tischwasserfiltern vergleichbar. Für die Wartung dieser Anlage entstehen regelmäßige Wartungskosten. Diese muss vom Fachmann durchgeführt werden, um eine Verkeimung der Anlage zu verhindern. Anlagen, die sich die elektrolytische Funktionsweise zu Nutze machen, fallen mit den Anschaffungskosten ins Gewicht. Für ein Einfamilienhaus ist mit ca. 2.000 Euro zu rechnen. Hierbei wird dem Wasser nicht der Kalk entzogen, sondern mittels elektrischer Spannung eine Kalk- und Magnesiumkristallbildung ausgelöst. So werden die Kristalle vom Wasser mitgeführt, ausgetragen und können sich nicht mehr in dem Leitungssystem festsetzen.

Fachleute raten zu Entkalkungsanlagen, wenn der Härtebereich über 3, also über 21 Grad deutscher Härte liegt. Ob die Technik von Nutzen ist, sollte der Käufer prüfen. Hersteller bieten oftmals Geräte zur Probe an. Erst nach eingehendem Test von Kosten und Nutzen sollte entschieden werden, ob eine Anlage angeschafft wird. Als Alternative steht weiterhin die Entkalkung der Endgeräte mit preiswerten Mitteln wie Essig oder Zitronensäure zur Verfügung.

Maßeinheiten der Wasserhärte

Härtebereich Gesamthärte
Millimol
(mmol/l)
Deutsche
Härtegrade
Bedeutung
1 bis 1,3 0 - 7 weich
2 1,3 - 2,5 7 - 14 mittel
3 2,5 - 3,8 14 - 21 hart
4 über 3,8 über 21 sehr hart

© am@new-econ.de

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 2/2006 (PDF)
   
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