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Weltmeisterliches Grün vor der eigenen Tür


Rasensaat und -pflege
Nicht nur die Leistung der Deutschen National-mannschaft bei der Fußball-WM war für viele Grund zur Begeisterung. Manch einer hat vielleicht auch ein wenig neidisch den perfekten Rasen in den Stadien bewundert. Dabei ist ein meisterlicher Rasen keine Hexerei – wenn man einige grundlegende Regeln bei der Aussaat und regelmäßige Pflege beachtet.
Die Auswahl der richtigen Saatmischung ist eine wichtige Voraussetzung für einen schönen Rasen. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Zierrasen über Sport- und Spielrasen bis hin zu Spezialmischungen wie Schattenrasen. Überlegen Sie deshalb vor dem Kauf, wie der Rasen genutzt werden soll und wo er ausgesät wird. Auf lange Sicht gesehen lohnt es sich, eine Qualitätsmischung zu wählen, da dieser Rasen strapazierfähiger ist und in der Regel seltener gemäht werden muss. Am besten, Sie lassen sich im Fachhandel beraten. Eine praktische Alternative zur Saatmischung ist der so genannte Rollrasen, der bereits fix und fertig angeliefert wird. Das spart Zeit und Mühe, jedoch ist der Preis deutlich höher.

Egal, ob Sie sich für eine Saatmischung oder Rollrasen entscheiden: Bevor Sie mit der Aussaat beginnen, sollte der Boden gründlich von Steinen und Unkraut befreit, gelockert und geglättet werden. Damit der Rasen schneller keimt, können Sie auch einen Dünger in den Boden einarbeiten. Geben Sie dem Boden 2-3 Tage Zeit zum Setzen und verteilen Sie dann das Saatgut gleichmäßig auf der zu begrünenden Fläche – am einfachsten und bequemsten mit einem Streuwagen. Tipp: Eine besonders gleichmäßige Rasenfläche erhalten Sie, wenn Sie das Saatgut mit etwas Sand mischen.

Harken Sie die Saat nach dem Ausbringen leicht ein und schieben Sie eine Rasenwalze über die Fläche, einmal in Längsrichtung und einmal in Querrichtung. Gießen Sie den Rasen zum Schluss vorsichtig an, am besten mit einer feinen Gießbrause oder mit einem Regner. Die besten Termine für die Rasenaussaat sind übrigens das Frühjahr und der Herbst – der ideale Zeitraum ist von Mitte August bis Anfang Oktober, da dann der junge Rasen über Winter in Ruhe wachsen kann.
   
Das Wichtigste für jungen Rasen: Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Sie sollten Ihren Rasen in den ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat regelmäßig beregnen, bei großer Trockenheit mehrmals täglich für 5 bis 6 Minuten. Denn die Bodenoberfläche darf keinesfalls austrocknen, da die empfindlichen Rasenkeimlinge sonst eingehen. Pfützen sollten aber nicht entstehen. Außerdem sollte die Beregnung nicht in der prallen Sonne erfolgen, da der Rasen sonst verbrennen könnte.

Wenn der Rasen angegangen ist, sollten Sie die Fläche nicht öfter als zweimal pro Woche wässern, dafür aber gründlich für ca. 30 Minuten. Zu häufiges und vor allem tägliches Bewässern schadet Ihrem Rasen mehr als es ihm nutzt, da das Wurzelwerk dadurch zerstört werden kann. Geben Sie Ihrem Rasen so viel Wasser, dass die Humusschicht etwa zehn Zentimeter tief feucht wird. Die nächste Beregnung sollte erst erfolgen, wenn sich die Gräser nach dem Betreten nicht wieder aufrichten oder schon eine leichte Graufärbung zeigen.
   
Gönnen Sie Ihrem Rasen etwa 2-3 Wochen, bevor Sie den berühmten „ersten Schnitt" machen – zu frühes Mähen kann das junge Grün schädigen. In der Regel ist es danach ausreichend, den Rasen wöchentlich zu schneiden, in der Hauptwachstumszeit von Mai bis Juni auch zweimal in der Woche. Grundsätzlich gilt: Lieber häufiger einen kleinen Zuwachs abmähen, als den Rasen wenige Male stark zu kürzen. Denn einen selten gemähten, lang gewachsenen Rasen tief zu schneiden ist besonders schädlich. Sollte der Rasen doch einmal etwas länger geworden sein, z. B. nach dem Urlaub, schneiden Sie ihn erst leicht zurück und führen Sie nach wenigen Tagen einen weiteren Schnitt durch.

Wichtig für einen dichten Rasenwuchs ist zudem die Schnitthöhe. Diese sollte bei 4 bis 5 cm liegen, im Schatten etwas länger (6 cm). Zierrasen wird etwas kürzer geschnitten (2,5 bis 4 cm). Achten Sie darauf, den Rasen immer mit der gleichen Schnitthöhe zu bearbeiten. Ein zu niedriger Schnitt schwächt die Gräser; insbesondere in der Hitze- und Trockenperiode besteht dann die Gefahr des Austrocknens. Übrigens: Das Schnittgut darf nur dann auf der Fläche verbleiben, wenn es in geringen Mengen und stark zerkleinert gleichmäßig verteilt wurde.
   
Für einen kräftigen und widerstandsfähigen Rasen ist eine regelmäßige Nährstoffversorgung unerlässlich. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie organische oder organisch-mineralische Mischdünger verwenden. Die Düngung sollte zweimal pro Jahr durchgeführt werden, einmal im April oder Mai und dann noch einmal im Spätsommer. Wer Wert auf einen gepflegten und vitalen Rasen legt, sollte außerdem zweimal im Jahr vertikutieren, ebenfalls im späten Frühjahr und im Spätsommer. Beim Vertikutierten wird der Rasenfilz abgetrennt, die Gräser können nun wieder „atmen“ und auch die Wasser- und Düngerzufuhr wird verbessert.

Trotz bester Pflege kann es vorkommen, dass kleinere Kahlstellen in der Rasenfläche auftreten, insbesondere an lichtarmen und feuchten Stellen. Diese Lücken lassen sich mit einem einfachen Trick auch ohne Nachsaat ausbessern: Stechen Sie die schadhafte Stelle im Rasen aus und suchen Sie im Randbereich des gesunden Rasens eine gleich große Fläche. Stechen Sie diese mit dem Spaten aus und setzen Sie das „Ersatzstück“ in die Lücke. Gut angießen, und nach wenigen Tagen ist die Kahlstelle zugewachsen.

© Insignio (cp)
Fotos: Wolf Garten

   
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