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Wasserbett:
Schlafen maritim


Schon die alten Perser, Griechen und Römer haben sich auf Wassermatratzen dem Schwebeschlaf hingegeben. Wahrscheinlich weitaus weniger komfortabel als heutzutage, wo wir es nicht mehr mit befüllten Tierhäuten, sondern mit raffiniert konstruierten Rahmen und Matratzen zu tun haben.
Wasserbetten versprechen nicht nur einen besonders erholsamen Schlaf, sondern auch ein Mehr an Hygiene, Bequemlichkeit und Gesundheit. Unsere heutigen Wasserbetten gehen auf eine Entwicklung des britischen Arztes Dr. Hooper zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Wassermatratze aus Gummi für Patienten mit Verbrennungen, Rückenproblemen und gegen das Wundliegen erfand. Aber erst die Verwendung von Vinyl seit 1970 ermöglichte den Siegeszug in die Schlafzimmer, der bis heute andauert. Ein Drittel der Skandinavier schläft inzwischen "maritim", wir Deutschen sind mit fünf bis acht Prozent etwas zurückhaltender.

Wer sich ein Wasserbett zulegen will, muss längst nicht mehr damit rechnen, beim Schlafen seekrank zu werden. Moderne Matratzen sind so weit stabilisiert, wie sich der Schläfer das wünscht. Die unterschiedlichen Härtegrade oder Beruhigungsstufen werden durch hydraulische Kammersysteme und Systeme mit Vlieseinlagen erreicht. Für Paare werden zweiteilige Dual-Matratzen angeboten, die das unterschiedliche Körpergewicht von Männern und Frauen berücksichtigen und für beide eine optimale Liegequalität garantieren.
   
Unterschiede gibt es nicht nur bei der Matratze, sondern auch beim Bettrahmen. Waren früher starre Rahmenkonstruktionen üblich, wird heute mit Schaumstoffumrandungen, so genannten Softside-Systemen, gearbeitet. Entsprechend der Rahmenform gibt es gerade Wassermatratzen, konisch und konvex geschnittene – über die Qualität sagt das allerdings nichts aus. Ob ein System gut und passend ist, hängt vom Empfinden des Einzelnen ab. In vielen Fachgeschäften kann sich der Interessent beim "Probe schlafen" daher selbst einen Eindruck verschaffen.

Zu den größten Vorteilen von Wassermatratzen gehört, dass sie sich perfekt reinigen lassen. Milben und Hautschuppen haben keine Chance ins Innere der Matratze zu wandern, ideal für Allergiker. Etwa alle drei Monate sollte die Vinyloberfläche unter dem Cover feucht abgewischt und mit Vinylreiniger gepflegt werden. Das Cover selbst braucht nur alle drei, vier Jahre eine Wäsche. Etwas mehr Sorgfalt benötigt das Wasser in der Matratze. Beim ersten Mal sollte wegen möglicher Keime oder Legionellen grundsätzlich kaltes Wasser eingefüllt werden. Alle zwei, drei Monate kann es notwendig werden, Luft aus der Matratze zu lassen, die vor allem bei Temperaturschwankungen entsteht. Ansonsten gluckert es im Bett, was wahrscheinlich nicht jeder romantisch findet. Außerdem muss das Wasser etwa halbjährlich mit einem Konditionierer versetzt werden, damit es nicht zu riechen anfängt. Ein Auswechseln des Wassers ist dann nicht nötig.
   
Neben Asthmatikern und Allergikern kann ein Wasserbett auch Menschen mit Gelenk- und Rückenproblemen Linderung verschaffen. Der Grund: Die Matratze passt sich vollständig der Körperform an und bietet eine große Auflagefläche für den Körper, sodass rundum Entspannung möglich ist. Schwangere können praktisch bis zum Schluss auf dem Bauch schlafen.

Wassermatratzen haben eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren. Was die Preise betrifft, gilt wie beim konventionellen Schlafmöbel: Es gibt günstige und hochpreisige Varianten. Insgesamt sind Wasserbetten aber nicht wesentlich teurer als andere Betten. Achtung: Wer mit der Anschaffung eines Wasserbettes liebäugelt und in einem Haus aus der Zeit vor 1900 wohnt, sollte vorher einen Statiker konsultieren, ob die Decke das Gewicht von rund 200 Kilogramm pro Quadratmeter aushält. Wer Angst vor auslaufendem Wasser hat, sollte sich beim Kauf davon überzeugen, dass die Unter-konstruktion eine Sicherheitsfolie aufweist. Im Übrigen kann die Matratze auch gefüllt problemlos repariert werden. Wenn es doch wider Erwarten feucht wird, springt in den allermeisten Fällen die Hausrat-versicherung bzw. die Haftpflichtversicherung ein.

© ep@new-econ.de
Fotos: Bodytone / Mitglied Fachverband Wasserbett e.V.

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 4/2006 (PDF)
   
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