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Energiesparen:
Kalte Tage in Sicht


Der Blick auf das Barometer für Energie- und Mineralölpreise lässt frösteln. Kontinuierlich steigt der Pegel. Die wirksamste Maßnahme ist das konsequente Sparen beim Heizen und beim Stromverbrauch. Moderne Technik und alternative Energien helfen dabei.
Während die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren günstiger wurden, müssen wir für die Energieversorgung immer tiefer in die Tasche greifen. Weltweit steigt der Verbrauch für Auto, Heizung, Herd und Licht. Steigender Bedarf führt zu höheren Energiekosten. Deshalb gilt: Trotz gleich bleibender Ansprüche an Komfort und Leistung muss in Deutschland noch mehr Energie eingespart werden. Eine Antwort darauf sind Strom sparende Elektrogeräte. Wer beim Kauf von Neugeräten auf das EU-Energielabel achtet und die günstigste Energie-Effizienzklasse A wählt, bekommt beste Verbrauchswerte. Spitzenreiter bei den veralteten Stromfressern sind übrigens laut Techno Press Elektroherde und ungeregelte Heizungspumpen.
   
Um den Verbrauch an fossilen Energien zu senken, ist die Kombination mit regenerativen Energiequellen aus der Natur eine sparsame und saubere Lösung. Manche gibt es sogar umsonst, wie die Sonnen- oder Erdwärme – oder sehr günstig, weil ständig nachwachsend, wie Holz oder andere Biostoffe. So kann beim Neu- oder Umbau eines Hauses zum Beispiel die Kombination aus solarthermischer Anlage und Erdgas dem Eigentümer oder Mieter eine Menge Geld sparen: Gut die Hälfte des Jahresbedarfs an warmem Wasser eines Drei- bis Vierpersonenhaushaltes kann mithilfe der Sonnenenergie erzeugt werden. Das Erdgas liefert die andere Hälfte und die Heizwärme – ohne sperrige Tanks – direkt aus der Leitung.

Namhafte Hersteller bieten inzwischen Komplettpakete mit Solarkollektoren, Erdgas-Brennwertkessel, Warmwasserspeicher und Regelung an. Diese und andere Maßnahmen werden von verschiedenen staatlichen Stellen, zum Beispiel im Programm "Öko-Plus" der KfW-Förderbank, gefördert.
   
Alternative Energiesysteme sind längst kein Nischenmarkt mehr. Die Auswahl wird auch für den Eigenheimbesitzer immer interessanter. So leisten Blockheizkraftwerke in der Industrie seit Jahren gute Dienste. Für Privathaushalte haben sich die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung funktionierenden Anlagen jetzt auch als Mini-BHKWs etabliert. Sie liefern gleichzeitig Strom und Wärme und arbeiten effizient und sparsam. Gas-Wärmepumpen wiederum können gleichzeitig heizen und klimatisieren indem sie Umweltwärme – etwa Erdwärme – aufnehmen. Sie arbeiten sehr umweltschonend und energiearm und sind mittlerweile auch für Ein- und Mehrfamilienhäuser lohnend. Auch Biogas erlangt für den Privatmann eine immer größere Bedeutung. Was aus landwirtschaftlichen Abfällen oder Energiepflanzen wie Mais, Roggen oder Raps gewonnen wird, kann ins Erdgasnetz gespeist oder als KfZ-Kraftstoff verwendet werden. Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff arbeiten, werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, denn sie sind enorm effizient, kostengünstig und vor allem schadstofffrei.
   
1. Lüften Sie kurz und gründlich mit weit geöffneten Fenstern ("Stoßlüftung"), anstatt die Fenster den ganzen Tag lang angekippt zu lassen.

2. Senken Sie die Raumtemperatur in allen Räumen um ein Grad und sparen Sie so rund 6 % Heizenergie. Die ideale Temperatur für Wohn- und Arbeitsräume liegt bei etwa 20°C.

3. Lassen Sie sich von Ihrem Energieberater persönlich beraten, wie Sie durch eine bessere Dämmung (Wände, Dach, Fenster) oder die Erneuerung der Heizanlage Ihre Heizkosten senken können.

4. Kochen Sie wenn möglich mit einem Gasherd, denn er hat einen etwa 35 % höheren Wirkungsgrad als ein Stromherd.

5. Benutzen Sie zum Aufbrühen von Tee oder zum Vorkochen von Nudelwasser einen Wasserkocher – das spart Energie und geht viel schneller.

6. Kochen Sie nur in Töpfen mit Deckel, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Der Energieverbrauch sinkt dadurch um etwa 80 %.

7. Verwenden Sie überall im Haushalt Energiesparlampen. Die sind zwar etwas teurer, halten dafür aber länger und verbrauchen ca. 80 % weniger Strom.

8. Waschen Sie nur mit voller Waschmaschine bei niedriger Temperatur von 30-40 °C. Sie brauchen so weniger Waschgänge und sparen erheblich Energie.

9. Verdecken Sie Ihre Heizkörper nicht durch Vorhänge oder Sofas. So kann warme Luft besser zirkulieren und Sie müssen weniger heizen.

10. Ziehen Sie nachts Vorhänge oder Jalousien vor alle Fenster, damit weniger Wärme entweichen und weniger Kälte eindringen kann.

© lmt@new-econ.de

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 4/2006 (PDF)
   
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