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Idylle auf dem Dach


Dachbegrünungen
Grüne Lungen in grauen Landschaften - eine Wohl-Tat für Mensch und Natur. Beständig fallen große Flächen Bebauungsplänen zum Opfer und so prägt häufig Beton und Asphalt unser Stadtbild und unsere private Umgebung. Ein Gründach auf einer Garage, einem Wohnhaus oder einem großen Industriedach, das sich in den Sommermonaten in ein attraktives Blütenmeer verwandelt, ist eine attraktive und wohltuende Alternative.
Die Firmenkantine inmitten einer grünen Dach-Oase, in der die Mitarbeiter ihre Pausen verbringen und sich erholen können - das ist kein unerreichbarer Traum. Das Streetballfeld auf dem Dach eines für die Öffentlichkeit zugänglichen Gebäudes - schon heute Realität. Ob auf einem Industrie- oder einem Privatgebäude: ein Gründach ist einfach eine Wohl-Tat. Wer es nicht weiß, würde stauen: Manches was wie ein Garten aussieht, ist in Wirklichkeit ein Dach: unterirdische Einkaufszentren, unter die Erde verlegte Gebäudebereiche, wie beispielsweise Versorgungs-gänge, Lagerhallen oder Tiefgaragen sind nur einige Beispiele aus der faszinierenden Welt der grünen Dächer.
   
Die zunehmende Versiegelung führt zu einem immer schnelleren Abfließen des Regenwassers in die Kanalisation und Flüsse, was in letzter Konsequenz in den immer häufiger auftretenden Überschwemmungen Ausdruck findet. Eine weitere ökologische Konsequenz tragen wir mit höheren Temperaturen und Schadstoffkonzentrationen in den Städten. Mit Naturschutzgesetzen und Baugesetzen wird versucht, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Klare ökologische, städtebauliche und bauphysikalische Vorteile machen Dachbegrünungen zu einem unschlagbaren Argument contra Flächenversiegelung. Ein begrüntes Dach speichert im Jahresmittel zwischen 50% und 80% des Regenwassers in seinem Schichtenaufbau und lässt Überschusswasser nur mit Verzögerung abfließen. Das gespeicherte Wasser steht den Pflanzen in Trockenzeiten bedarfsgerecht zur Verfügung. Ein Teil verdunstet, geht als Wasserdampf in den natürlichen Kreislauf der Atmosphäre zurück und verbessert somit Luft und Kleinklima in unseren Städten. Zudem binden Dachpflanzen bis zu 20% der Staub- und Schadstoffpartikel aus der Luft. Grün lohnt sich daher schon auch der kleinsten Fläche, wie beispielsweise auf einer Garage oder einem Carport.
   
Wärmedämmwerte für Dachbegrünungen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um anrechenbar zu sein: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert seit Februar 2002 für zu sanierende Dachflächen einen U-Wert (früher k-Wert) von 0,25 W/m², was ca. 15 cm herkömmlichem Dämmstoff der WLG 040 entspricht. Bei 20 bis 25 Jahre alten Flachdächern, wie sie heute üblicherweise zur Sanierung anstehen, wurden jedoch meist nur Wärmedämmplatten von 6 - 8 cm Dicke eingebaut. Damit das Dach nicht zwangsläufig komplett abgerissen werden muss, um die Richtlinien des Gesetzgebers zu erfüllen, sind spezielle Dachbegrünungssysteme auf dem Markt, die die gestiegenen Anforderungen gemäß EnEV erfüllen. Die zahlreichen Vorteile grüner Dächer kommen nur dann zum Tragen, wenn auf den richtigen Systemaufbau geachtet wird. Dieser ist Voraussetzung für die dauerhafte Funktionssicherheit der Dachbegrünung. Übrigens: Nicht nur Flachdächer, sondern auch geneigte Dächer (bis zu einer Neigung von 30°) lassen sich problemlos begrünen.
   
Unterschieden wird grundsätzlich zwischen so genannten Intensiv- bzw. Extensivbegrünungen. Eine extensive Begrünung kann - bis auf ein bis zwei Kontrollgänge im Jahr - sich selbst überlassen werden. Anspruchslose, trockenresistente Sedumarten, Stauden, Gräser und Kräuter kommen zum Einsatz, die Substratschichtdicken zwischen 5 und 15 cm beanspruchen. Als Intensivbegrünung lassen sich wahre Parklandschaften auf dem Dach realisieren. Von Rasenflächen über anspruchsvolle Stauden, Sträucher und sogar Bäumen bis hin zum Teich in Kombination mit Terrassenbelägen auf dem Dach wird alles möglich. Damit wird Ihre Dachfläche über die ureigene Funktion hinaus zur Nutzfläche, die Ihnen zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten bietet und zur Wertsteigerung des Baugrunds beiträgt. Anspruchsvolle Extensivbegrünungen oder Intensivbegrünungen, die bei entsprechenden bauphysikalischen Voraussetzungen (Statik, Dachneigung, usw.) möglich sind, sollten in jedem Fall von erfahrenen Fachleuten geplant und ausgeführt werden.
   
Da die Kosten je nach Begrünungsobjekt variieren (Größe, bauphysikalische Gegebenheiten, gewünschte Pflanzengemeinschaft, etc.), ist eine individuelle Beratung und ein objektspezifisches Angebot erforderlich. Vielerorts sind bis zu 50% der Investitionskosten als Zuschuss von Stadt oder Gemeinde erhältlich. Teilweise wird auch eine indirekte Förderung in Form von verringerten kommunalen Abwassergebühren gewährt, weil eine Dachbegrünung wie bereits erwähnt einen enormen Wasserrückhalt bietet. Damit wird klar: Dachbegrünung beginnt im Kopf. Denn nur wer die zahlreichen Argumente "pro Gründach" kennt, wird sie bei der Gebäudeplanung auch berücksichtigen können. Doch ist der Groschen erst mal gefallen, gibt es kein Halten mehr...

© new econ ag / ZinCo



  • Fachleute: Deutscher Dachgärtner Verband. Der DDV arbeitet aktiv pro Gründach und informiert unverbindlich über die Vorteile und Möglichkeiten von Dachbegrünungen. Nutzen Sie beispielsweise das Angebot eines individuellen "Gründach-Seminares" bei sich vor Ort. Diese Informationsveranstaltungen bietet der DDV mit der Unterstützung seiner Fördermitglieder ZinCo und Gardena an.
   
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