replacenav
Gärtners Glück im Winter


Natürliche Farbakzente für kalte Tage
Sicher ist der Winter nicht so blütenreich wie die anderen Jahreszeiten. Dennoch hat die Natur dafür gesorgt, dass es auch im Wintergarten Pflanzen gibt, die der Kälte trotzen und den winterlichen Garten zum Blühen bringen. Wie gut, denn gerade an tristen Wintertagen brauchen wir etwas Schönes für Auge und Gemüt.
Häufig werden Gärten nur für die Zeit von März bis Oktober geplant. Ohne die Üppigkeit des Sommers mit seinen Blättern und Blüten reduziert sich der Garten auf das Wesentliche. Schon bei der Planung des Gartens sollte man berücksichtigen, dass während der kalten Jahreszeit andere Qualitäten gefragt sind: Wuchsform, Fruchtbildung, Rindenbeschaffenheit, immergrüne Blätter. Wesentlich ist auch: Mit welchem Teil des Gartens habe ich im Winter Kontakt? Welchen Teil bekomme ich zu Gesicht? Es liegt auf der Hand, dass die Eingangspartie auch im Winter häufig frequentiert wird und die Teile des Gartens, die vom Fenster aus einzusehen sind, mehr beachtet werden. Es lohnt sich, besonders diesen Gartenpartien mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
   
Nicht alle Pflanzen sind in der Lage, den Winter ohne zusätzlichen Schutz schadlos zu überstehen. Gerade junge Sträucher und Bäume müssen mit geeigneten Maßnahmen gegen Frost geschützt werden: Eine dichte Mulchschicht auf dem Boden und eine Abdeckung mit Tannenzweigen sorgen für einen natürlichen Kälteschutz. Kälteempfindliche Pflanzen, wie zum Beispiel die meisten Rosen, werden in einen warmen Wintermantel aus Strohmatten oder Tannenreisig gehüllt. Dabei kann man die Abdeckungen mit Tannen oder Stroh als Gestaltungselement für den Wintergarten nutzen - der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
   
Wenn im Spätherbst das Laub von den Bäumen und Sträuchern gefallen ist, dann kommt die Rinde richtig zur Geltung. Im Winter zeigt sich die Rindentextur deutlicher denn je und ist oft ein geplantes Schmuckelement. Wichtigster Aspekt ist die Farbe der Rinde, besonders bei entsprechendem Kontrast zu Schnee oder der hellen Hauswand. Ein leuchtendes Rot findet sich beim Korallen-Hartriegel (Cornus alba 'Sibirica'), ein Gelb beim Gelbholz-Hartriegel (Cornus stolonifera 'Flaviramea') und ein warmes Orangegelb beim Bluthartriegel (Cornus sanguinea 'Winter Beauty'). Grüne Farbakzente setzen z.B. der Ginster (Cytisus) oder der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) und schwarze ein Bambus (Phyllostachys nigra 'Punctata'). Der Natur sind keine Grenzen gesetzt. Sogar gestreifte Rinden z.B. beim Schlangenhautahorn (Acer rufinerve) oder bei diversen Bambussen (Phyllostachys) zeigen die Vielfalt der Pflanzenwelt.
   
"Immergrüne" Pflanzen verlieren jährlich nur die ältesten Blätter und erscheinen dadurch ganzjährig grün. Zur Winterzeit spielen immergrüne Laubgehölze und Nadelgehölze für die Gartengestaltung eine wichtige Rolle. Im Kontrast zu Laub abwerfenden Gehölzen entfalten immergrüne Gehölze im Winter eine Lebendigkeit und Ausstrahlung, die in den anderen Jahreszeiten weitgehend in den Hintergrund treten. Gute Beispiele dafür sind Stechpalme (Ilex), Buchsbaum (Buxus), Efeu (Hedera), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus).

Sieht man sich beim Rundgang durch den winterlichen Garten genauer um, kann man schon die Anzeichen aufs nächste Frühjahr erkennen. Auch wenn immer von der Winterruhe gesprochen wird, sind unsere Gartenpflanzen in den Wintermonaten recht aktiv. So wird bereits jetzt der Austrieb vorbereitet, und in den Knospen finden zahlreiche Zellteilungs- und stoffliche Entwicklungsvorgänge statt. Bereits kurz nach Weihnachten beginnen die Blattknospen vieler Bäume und Sträucher anzuschwellen. Die Pflanzen verbrauchen dabei Wasser. Immergrüne Pflanzen verdunsten ebenfalls Wasser über ihre Blätter und Nadeln. Daher müssen Nadelgehölze und immergrüne Laubgehölze bei frostfreier und trockener Witterung auch im Winter mindestens einmal ausreichend gegossen werden.

   

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Pflanzen auf den Winter spezialisiert sind. Hier finden Sie einige Tipps, wie Winterblüher ins rechte Licht gesetzt werden:

  • Kontraste bringen Pflanzen erst zur Geltung! Vor hellem Hintergrund z. B. einer weißen Hauswand kommt eine rotblühende Zaubernuss (Hamamelis) ideal zur Geltung. Eine hellgelb blühende Zaubernuss passt hingegen eher zu einem dunklen Hintergrund z. B. einem immergrünen Gehölz.
  • Wählen Sie den richtigen Standort, damit Sie die Pflanzen genießen können. Achten Sie darauf, dass diese in der Nähe der Haustür bzw. des Fußweges stehen oder vom Wohnzimmer aus sichtbar sind.
  • Winterblüher mit duftenden Blüten sind ideal neben einem Weg. So können Sie den Duft genießen, ohne schmutzige Schuhe zu bekommen.
  • Ein geschützter Standort im Garten verfrüht den Blühzeitpunkt und schützt die Blüten vor zu extremen Minustemperaturen.
  • Die meisten Winterblüher benötigen keinen Schnitt. So können sie den arttypischen Wuchs voll entfalten. Falls ein Schnitt trotzdem nötig ist, dann unbedingt nach der Blüte schneiden. So kann sich die Pflanze bis zur nächsten Blütezeit wieder gut aufbauen und Sie haben mehr davon.
  • Verschiedene Winterblüher eignen sich sehr gut als Vasenschmuck. Sind die Blüten zum Schnittzeitpunkt gefroren, sollten sie nur langsam aufgetaut werden.

© Insignio (cp)

   
Weitere Artikel
> Sonnenstudio Wintergarten
> Wohnzimmer im Freien
> Gartenwege und Terrasse mit eigener Note
> Checkliste - Wintergarten
> Checkliste - Gartenwege
Ihr Kundenmagazin
> informieren
> reinschauen
> probieren
> abonnieren
Titelbild 'Am Sonnenplatz'

©ADBAG 2003. Alle Rechte vorbehalten. >Impressum >Datenschutz-Grundsätze >Nutzungsbedingungen Top