|
|

Sicherheit und Komfort durch sinnvolle Vernetzung
Was in der Werbung als Spielerei erscheint, gehört heute bereits zum Alltag einiger Familien, die die Annehmlichkeit eines intelligenten Hauses nicht missen möchten. Durch Vernetzung der Hauselektrik lassen sich Wohnkomfort und Sicherheit steigern und die Energiekosten senken.
|
Morgens um sechs summt der Wecker. Während sich die Schläfer noch einmal herumdrehen, wird das Haus langsam wach. Die Heizung im Badezimmer schaltet von 18 Grad Celsius auf die persönliche Wohlfühl-Temperatur, die Rollläden im Erdgeschoss surren wie von Geisterhand gezogen nach oben, in der Küche spielt das Radio und die Kaffeemaschine beginnt zu arbeiten. Im Schlafzimmer fährt das Licht sanft nach oben und schließlich duftet es beim Aufstehen im ganzen Haus nach Kaffee.
Hier handelt es sich keineswegs um einen Werbespot, sondern um das alltägliche Leben in einem Haus, das mitdenkt. Diese "intelligenten Häuser" ("smart homes") versprechen mehr Komfort, mehr Sicherheit und weniger Energieverbrauch. Was steckt dahinter? Das Geheimnis liegt in der sinnvollen Vernetzung von bisher eigenständigen Geräten. Doch nicht nur Schalter, Steckdosen und Elektrogeräte sind über ein hausinternes Netz verbunden, auch Rollläden, Fenster und Türen. Das Herz - oder besser das Gehirn - des "intelligenten Hauses" bildet ein zentraler Rechner. Hier laufen alle Informationen zusammen.
|
|
|
|
|
Die Grundlagen sind ganz einfach: Bei Neubauten werden zusätzlich zur üblichen Hauselektrik noch 24-Volt-Kleinspannungsadern verlegt. Diese verbinden beispielsweise Steckdosen, Schalter, Geräte, Heizungen, Sensoren miteinander und dienen als Datenhighways, über die das EIB-System kommunizieren kann. EIB steht für den Europäischen Installationsbus und bedeutet vernetzte Elektroinstallation auf digitaler Basis. Was bringt es, die komplette Elektrik im Haus zentral zu steuern? Bequemlichkeit und Sicherheit, zum Beispiel. Gehen die Hausbesitzer zu Bett, fällt ihnen womöglich ein, dass im Keller noch das Licht brennt. Und außerdem: Ist das Garagentor geschlossen? Stand da noch was auf dem Herd? Aufstehen und nachsehen? Nicht mehr nötig: Neben dem Bett befindet sich ein Taster, der so programmiert ist, dass mit einem Tastendruck das Haus in den "Schlaf-Modus" versetzt werden kann. Das bedeutet: Lichter werden gelöscht, Jalousien und Garagentor geschlossen, nicht benötigte Elektrogeräte, wie der Fernseher oder eben der Herd, werden ausgeschaltet. Alles ist in bester Ordnung.
|
|
|
|
|
Mittlerweile bieten alle Systeme auch den bequemen Zugang per Internet an. So kann online der Status des Hauses abgefragt werden. Für mehr Sicherheit sorgen auch unterschiedliche Sensoren im Haus wie Rauchmelder, Bruchsensoren an Fenstern oder Kontakte an den Eingangstüren. Auch hier zahlt sich die Vernetzung einzelner Komponenten aus. Über einen Touchscreen, den PC-Monitor oder den Fernseher lässt sich das gesamte System kontrollieren und programmieren - ganz nach den persönlichen Wünschen und Vorlieben. Die einzelnen Komponenten werden über Schalter an den Geräten, über Funkfernbedienungen oder sogar von unterwegs über das Handy oder Telefon bedient. Wer an solchen Annehmlichkeiten interessiert ist, aber keinen Neubau plant, kann Haus oder Wohnung nachrüsten. Hier gibt es ebenfalls intelligente Lösungen. Anstatt sämtliche Wände aufzureißen, um nachträglich die Steuerleitungen zu verlegen, kommen alternative Techniken zum Einsatz. Dabei greifen die Fachleute entweder auf Funktechnik zurück oder nutzen das vorhandene Stromnetz, um die Signale zu übertragen. Im ersten Fall heißt das, dass die einzelnen Komponenten nicht über eine Stromleitung gesteuert werden, sondern drahtlos per Funksignal. Das sichert einige sehr attraktive Vorteile. Die Sendeeinheit - entweder auf der Wand montiert oder als praktischer Handsender - wird über eine Batterie mit Strom versorgt. Das erspart die Verkabelung der Grundeinheit. Mit dem Handsender lassen sich von überall im Haus Geräte ansteuern. Im Gegensatz zu Infrarot-Fernbedienungen, die nur in Sichtweite funktionieren, reichen Funkwellen quer durchs ganze Haus. Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist seine Umzugstauglichkeit: Beim Wohnungsumzug muss der Sender einfach von der Wand abmontiert und im neuen Heim wieder angeschlossen werden.
|
|
|
|
|
Sicherheit verspricht das System auch, wenn die Haus- oder Wohnungsbesitzer im Urlaub sind: Während sie am Strand liegen, täuscht das Haus Leben vor. Jalousien öffnen sich, Lichter gehen an und aus, der Fernseher läuft. Zeitschaltuhren leisten zwar Ähnliches, aber bei weitem nicht so raffiniert. Ganze Wohnszenarien lassen sich programmieren, die auf das persönliche Verhalten abgestimmt sind. Sollten sich unliebsame Besucher dadurch nicht abschrecken lassen, so werden die Besitzer umgehend informiert, wenn Türen geöffnet werden oder Glas zu Bruch geht. Natürlich kann auch der Nachbar oder ein Sicherheitsdienst benachrichtigt werden. Auch dies wird per Programmierung geregelt.
|
|
|
|
Moderne Mess- und Regeltechnik erhöht nicht nur den Komfort, sie senkt gleichzeitig die Energiekosten. Mit Hilfe von Temperaturfühlern oder Bewegungsmeldern wird das elektronische Gehirn mit Umweltdaten gefüttert. So wird die Leselampe gelöscht, sobald der Leser den Raum verlässt. Wird ein Fenster zum Lüften geöffnet, drosselt der Rechner die Temperatur der Heizung. Gleiches gilt, wenn sich niemand im Haus aufhält: Dann ist es nicht mehr nötig, heißes Wasser bereitzuhalten oder die Räume zu heizen. Bevor die Bewohner nach Hause kommen, reicht ein Anruf und der Energiesparmodus ist aufgehoben.
© Publikom Z
Foto (1): Griffner Haus
|
|
|
 |
|