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Comeback für die Tapete


Weiße Wände haben ausgedient
Gute Nachrichten für alle, die kalte weiße Wände schon immer zu kühl fanden. Ob Landhausstil, Blumenmotiv oder Retro-Trend: Bunte Tapeten halten wieder Einzug in unsere Wohnräume.
Vorbei sind endlich die Zeiten, als Popstar Madonna auf der Bühne und vor den Kameras schimpfte: ?Tapeten sind eklig. Sie ziehen Dreck an. Sie werden schmuddelig und irgendwann blättern sie ganz ab.? Übrigens ganz im Sinne des großen französischen Bauhaus-Architekten Le Corbusiers, für den in den 20er Jahren die Wände weiß zu sein hatten. Doch nun scheint ? gleichzeitig mit der Wiederentdeckung des Ornaments in Architektur und Kunst ? wieder eine Tapetenrenaissance angebrochen zu sein. Das Wohlfühlen zu Hause steht im Mittelpunkt. Farben und Muster verleihen Räumen eine Atmosphäre der Wärme und der Freundlichkeit.
   
Auf der Frankfurter Heimtextil, der ältesten und größten Fachmesse für Heim- und Haustextilien, konnte man für das Jahr 2002 mehrere Hauptströmungen feststellen: Der Landhausstil bleibt bei den Tapeten auch weiterhin aktuell. Pflanzen- und Blumenmotive, aber auch Karos und Streifen bestimmen diese sehr romantische und verspielte Richtung. Dazu passen Möbel aus filigranem Eisen, Korbgeflecht oder Holz. Eine Mischung aus zarten Terrakotta-, Beige- oder auch Blautönen vervollständigt diesen traditionellen Stil, der Harmonie und Behaglichkeit ausstrahlt. Aber auch kräftige, leuchtende Farben auf Uni-Tapeten sind sehr beliebt. Wer sich für diese bunten, frischen Muntermacher entscheidet, hat mit Zurückhaltung und Bescheidenheit überhaupt nichts im Sinn. Die Wohnung kann gar nicht auffällig genug sein, heißt hier die Devise.
   
Ein Motto, das auch für die so genannten Retro-Trends gilt. Hier wurden Muster und Farben vergangener Jahrzehnte wieder entdeckt, neu interpretiert und produziert. Neben den 70er Jahren, die sich bei den Tapeten vor allem in quadratischen, rauten- oder wellenförmigen Mustern wieder finden, werden auch die 80er Jahre immer beliebter. Farben im glänzenden Metallic-Look und Ornamente in Gold und Silber vermitteln ein Glamour-Gefühl, wie wir es aus Fernsehserien wie Dallas oder Denver Clan kennen. Accessoires, die aus Chrom und Messing gefertigt oder mit Strass und Pailletten besetzt sind, ergänzen diesen Tapetenstil.
   
Und wer mal was ganz Ausgefallenes ausprobieren möchte, wählt sich eine Tapete mit breiten Blockstreifen aus oder riskiert eine Farbkombination aus einem strahlenden Blau und einem dunklen Violett. Auch ein Tapeten-Mustermix kann die Wohnung auflockern. Schmückt beispielsweise eine Blumentapete eine der Wände, können grafische Muster auf der gegenüberliegenden Wand für einen spannenden Kontrast sorgen. Generell empfiehlt es sich, auffällig gemusterte Tapeten nur partiell einzusetzen. Tapeziert man einen ganzen Raum mit ihnen, wirken sie schnell schwer und erdrückend. Nur an wenigen Stellen der Wohnung eingesetzt, werden sie dagegen garantiert zum attraktiven Hingucker. Und warum nicht sogar eine besonders ausgefallene Tapete zum Kunstwerk erklären? Rahmt man einen Tapetenausschnitt und hängt ihn an die Wand, kann er schöner sein als so manches Bild.
   

Bei diesem vielfältigen Angebot an unterschiedlichen Tapeten ist die Qual der Wahl natürlich groß. Kein Wunder, dass die Lust auf einen Tapetenwechsel zunimmt. In der Schweiz hat die Tapete eine durchschnittliche Lebensdauer von acht Jahren. In Deutschland sind es schon etwas weniger, nämlich sieben. Und im klassischen Tapetenland England wechseln die Menschen die Wandbekleidung sogar alle fünf Jahre.

© Publikom Z

   
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