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Schadstoffe in der Wohnraumluft


Ursachen erkennen und beseitigen
Endlich ist das Haus fertig und selbst der Umzug hat reibungslos geklappt. Doch die Freude an der neuen Immobilie findet ihr jähes Ende, wenn sich einige Wochen nach dem Einzug diffuse Krankheitsbilder bei den Bewohnern zeigen. Oft sind diese auf Schadstoffe in den verwendeten Materialien zurückzuführen. Die Suche nach der Ursache ist keine einfache Angelegenheit - nur selten gelingt sie ohne professionelle Hilfe.

Ein gesundes Wohnumfeld sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Doch Schadstoffe in Wohnräumen können die Gesundheit der Bewohner erheblich beeinträchtigen. Dabei sind die Skandale früherer Jahre mit PCB in Holzschutzmitteln, Asbest in Nachtspeicheröfen oder Formaldehyd in Spanplatten nur die Spitze des Eisbergs.

Trotz Öko-Welle und gestiegenem Gesundheitsbewusstsein ist auch heutzutage Vorsicht angesagt, wenn es um die Wahl von Materialien - insbesondere für den Innenausbau - geht. Mehr als 300.000 Bauprodukte sind mittlerweile auf dem Markt. Viele davon enthalten bedenkliche Zusätze, deren gesundheitliche Folgen kaum abschätzbar sind.

   
Ursachen vieler Beschwerden sind Schadstoffe, die beispielsweise aus Möbeln, Teppichen oder Textilien ausgasen und über die Atemwege aufgenommen werden. Über die Lunge gelangen sie dann ins Blut und werden weiter in die einzelnen Organe transportiert. Die meisten dieser Wohngifte haben ein breites toxisches Wirkungsspektrum und die Symptome können sich individuell verschieden auswirken. In der Folge klagen die Bewohner über Kopfschmerzen, Allergien, Atemwegsbeschwerden oder Übelkeit. Auch ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwächen können Folge schadstoffbelasteter Wohnraumluft sein.
   

Wer prüfen möchte, ob seine Wohnraumluft mit Schadstoffen belastet ist, kann entweder selbst messen oder einen Experten beauftragen. In Apotheken sind einfach zu bedienende Messsysteme erhältlich. Damit kann das Vorhandensein von Stoffen wie Formaldehyd, Pentachlorphenol (PCP) oder Lösemitteln festgestellt werden.

Diverse Schadstoffe lassen sich nur mit hohem Aufwand aufspüren. Wer beim Bau eines Hauses oder nach der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen auf Nummer sicher gehen will, sollte sich an einen Dienstleister wenden, der sich auf die Analyse von Schadstoffbelastungen in Wohnbereichen spezialisiert hat. Abzuraten ist allerdings von der Beauftragung von Prüfinstituten, die direkt mit Sanierungsbetrieben zusammenarbeiten. Erkundigen Sie sich vor der Beauftragung über die entstehenden Kosten und lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag erstellen. Bei Bauvorhaben - Neu-, Um- oder Ausbau - empfiehlt sich eine begleitende Kontrolle der Bauarbeiten in Zusammenarbeit mit Architekten und Handwerkern.

Messlabors in Ihrer Nähe können auch bei der "Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute e.V." (AGÖF) erfragt werden. Diese Institute untersuchen anhand der AGÖF-Qualitätsrichtlinien die Schadstoffbelastung in Innenräumen. Sie beraten, machen Hausbegehungen, entnehmen Proben und testen unter anderem auf PCP, Lindan (Insektizid), Radon, Formaldehyd und Asbest. Die Institute erstellen zudem Gutachten. In einigen Fällen übernehmen einzelne Krankenkassen die Analysekosten. Oft bieten auch die örtlichen Gesundheitsämter und Technischen Überwachungsvereine (TÜV) Schadstoffmessungen an.

   

Mindestens ebenso schwierig wie die Analyse der Ursachen ist die Wahl geeigneter Sanierungsmaßnahmen. Was ist zu tun, wenn Schadstoffbelastungen in Wohnung oder Haus feststellt werden? In einigen Fällen kann nur noch eine komplette Sanierung helfen. Oft lässt sich aber auch mit speziellen Maßnahmen wie beispielsweise nachträglicher Versiegelung die Schadstoffbelastung deutlich reduzieren.

© Insignio (cp)

   
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