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Wohnzimmer im Freien


Terrassen
Die Mai-Sonne zieht Jung und Alt wieder hinaus ins Freie. Das erste Sonnenbad macht schon jetzt Appetit auf den Sommer. Mit etwas Fantasie lassen auch kleine Flächen sich in sommerliche Oasen zum Wohlfühlen umfunktionieren.

Für viele Sonnenhungrige verwandelt sich die Terrasse im Sommer ins »Wohnzimmer unter freiem Himmel«. Hier werden bei schönem Wetter die Mahlzeiten eingenommen, Besuch empfangen, Feierabend und Wochenenden verbracht. Entsprechend sorgsam und wohnlich sollte dieser geschützte Raum auch ausgestattet werden. Wichtig für das Wohlbefinden ist zunächst der Bodenbelag. Es gibt eine große Auswahl an Terrassenbelägen. Sie reicht von Kies, Pflasterklinkern über Betonpflaster bis hin zu Naturstein und Holz. Massives Holz etwa trägt die Wohnatmosphäre besonders gut nach draußen. Allerdings ist der Pflegeaufwand auch bei Gartenholz wie Sibirische Lärche oder Douglasie noch hoch. Ohne chemischen Holzschutz, weil witterungsbeständig, kommen das etwas teurere Bangkiria oder Bodenbeläge aus Kanadischer Rotzeder aus.

   

Mit Fliesen, Kübeln und Accessoires aus Terrakotta, die viele Baumärkte bieten, kann man auch in unseren Breitengraden die Sehnsucht nach mediterranem Ambiente stillen. Ganz gleich, ob in einem warmen italienischen Braunton, im Gelb der Provence oder der orangefarbenen Variante aus Catalanien. Terrakotta ist nicht nur dekorativ, sondern auch strapazierfähig. Bereits seit der Antike wird das Material, das mit »gebrannte Erde« übersetzt werden kann, verwendet. Besonders Pflanzen bedanken sich für Töpfe aus gebranntem Ton: Überschüssiges Wasser wird durch die Wände abgegeben, die Wurzeln bleiben auch bei großer Hitze kühl.

   

Komplett wird die Urlaubsstimmung, wenn die Töpfe passend mit mediterranen Pflanzen wie Olivenbäumen, Zitruspflanzen oder Rosmarin-Stämmchen bepflanzt werden. Allerdings sollte man vorher daran denken, dass die südländischen Gäste einen kühlen Winterplatz im Treppenhaus, Keller oder Wintergarten benötigen. Auch einheimische Sträucher, Stauden und Kletterpflanzen gedeihen gut in ausreichend großen Gefäßen (z.B. Lebensbaum, Buchs, Rittersporn, Glockenblumen, Mohn oder Lilien). Daneben bieten einjährige Sommerblumen, die den ganzen Sommer hindurch bis in den Herbst hinein blühen, eine farbenfrohe Alternative. Ton-in-Ton-Kombinationen wirken ebenso hübsch, wie Kontraste mit Komplementärfarben.

Besonderer Wert sollte auf die Sitzgruppe gelegt werden. Tische, Stühle und Bänke aus Holz wirken edel und sind - vor allem in Kombination mit Eisen - äußerst robust. Daneben bietet der Handel aber auch ungewöhnliche Kreationen aus Metall, Marmor, Stein und Rattan. Auch der maritime Deckchair und der norddeutsche Strandkorb sind inzwischen auf küstenfernen Terrassen zu Hause. Warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren?

   

Wer seine Terrasse im Erdgeschoss einer größeren Wohnanlage genießen will, kennt das Problem: Nie ist man vor fremden Blicken sicher. Hier, wie auch auf größeren Terrassen im eigenen Garten, können Sichtschutzwände, Pergolen, Kübel mit Kletterpflanzen und Sträuchern, aber auch Trockenmauern oder Holzstapel die Privatsphäre schützen. Schon bei der Planung sollte der Sichtschutz eine Rolle spielen und natürliche Gegebenheiten, wie Mauern zum Nachbargrundstück oder Dachüberstände, geschickt genutzt werden. Selbst hässliche Mauern werden mit einem Überzug aus Efeu oder Knöterich zu grünen Augenweiden.

Günstig: Beim Bau einer Terrasse, die fest mit dem Haus verbunden ist, kann der Bausparer auf Geld aus seinem Bauspardarlehen zurückgreifen. Um eine Baugenehmigung braucht er sich in aller Regel nicht bemühen, zumindest dann, wenn die Terrasse nicht überdacht ist und ebenerdig liegt. Bei Dachterrassen allerdings ist eine Klärung vorab notwendig, da hier bei enger Bebauung Blicke direkt in Nachbars Wohn- oder Schlafzimmer möglich werden könnten. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht urteilte unlängst in einem Fall, dass hier eine Baugenehmigung notwendig ist. (Az 1 KO 305/99).

© ep@new-econ.de

   
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