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Räume zum Leben schaffen


Was Sie bei der Grundrissplanung beachten sollten
Sorgfältige Vorplanung ist die Basis für ein gemütliches Heim. Sie kostet viel Zeit, doch der Aufwand lohnt sich. Fehlentscheidungen, über die man sich sonst jahrzehntelang ärgert, werden so verhindert.

Es ist höchst unerfreulich, wenn man beim Einzug in das neue Haus feststellt, dass im Wohnzimmer kein Platz für den Fernseher ist und sich im Schlafzimmer die Balkontür nicht öffnen lässt, weil das Bett davor steht. Vor solch unliebsamen Überraschungen kann man sich schützen, wenn man sich frühzeitig Gedanken über Anzahl, Größe, Aufteilung und Nutzung der Zimmer macht.

Frühzeitig bedeutet hier, bevor die Entscheidung für ein bestimmtes Haus bzw. eine bestimmte Wohnung fällt. Zu klären ist zunächst, wie viele Räume man benötigt. Denken Sie dabei nicht nur an Küche, Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer, sondern auch an ein zweites Bad, eine Gästetoilette, eine Waschküche oder einen Hauswirtschaftsraum. Weiterhin brauchen Sie Platz für die Heizung, eventuell ein Zimmer für Gäste oder einen Raum für Ihr Hobby. Denken Sie auch an Stauraum, beispielsweise für die Tiefkühltruhe und die Vorratshaltung.

   

Im zweiten Schritt empfiehlt es sich, die eigenen Lebensgewohnheiten sorgfältig zu beobachten und die Nutzung raumbezogen zu notieren. Lassen Sie sich von Zeitschriften und Musterhäusern inspirieren, aber überprüfen Sie kritisch, ob die Dinge, die Ihnen gut gefallen auch mit Ihren Lebensgewohnheiten überein stimmen. Halten Sie gern ein Schläfchen auf dem Sofa? Dann macht es keinen Sinn, sich ein Wohnzimmer mit Einzelsitzen zu wünschen. Trifft sich die Familie regelmäßig zum gemeinsamen Essen und Erzählen in der Küche? Planen Sie in so einem Fall ausreichend Platz für eine gemütliche Sitzecke ein. Lesen Sie gern? Dazu brauchen Sie einen ruhigen, hellen Platz.

Welche Dinge stören Sie in Ihrer jetzigen Wohnung und wie könnte man sie verbessern? In einem freundlichen Hauswirtschaftsraum beispielsweise kann nicht nur der Wäscheständer stehen bleiben, sondern sogar das Hemdenbügeln Spaß machen. Brauchen Sie tatsächlich in jedem Badezimmer eine Badewanne oder tut es nicht auch eine Dusche? Ist es eventuell sinnvoller, statt eines Bidets ein Urinal einzubauen?

   

Im dritten Schritt empfiehlt es sich, die Nutzung und Einrichtung der einzelnen Räume festzulegen. Welches Mobiliar soll hinein und wie wird es aufgestellt? Am besten geht dies mithilfe maßstabsgerechter Skizzen. Gängige Maßstäbe sind 1:100, 1:50 und 1:10.

Bevor Sie anfangen zu zeichnen, sollten Sie die Größe Ihrer Möbel ausmessen und maßstabsgerecht auf Papier übertragen. Ordnen Sie das Mobiliar so an, wie Sie es möchten. Berücksichtigen Sie in dieser Phase unbedingt die Notizen und Beobachtungen Ihrer Lebensgewohnheiten. Wenn Ihre Einrichtung "steht", dann ergeben sich Raumform und Raumgröße fast automatisch. Nun können Sie festlegen, wo Türen, Fenster und Heizkörper hinkommen. Denken Sie dabei daran, dass Sie Platz brauchen, um Türen und Fenster zu öffnen.

Haben Sie für jedes Zimmer die Einrichtung festgelegt, geht es darum, die Räume zu einem Ganzen zu kombinieren. Schieben Sie die Räume - wieder mithilfe Ihrer Notizen und Beobachtungen - solange hin und her, bis Sie eine optimale Lösung gefunden haben. Dabei müssen Sie Kompromisse eingehen und Änderungen vornehmen, denn jedes Zimmer muss vernünftig erschlossen werden und die Verkehrsflächen sollten Sie so klein wie möglich halten. Das trifft natürlich nicht zu, wenn Sie von einem großzügigen Flur träumen.

Generell gilt, dass Wohnräume nach Süden und wenig genutzte Räume möglichst nach Norden angeordnet werden sollten. Achten Sie bei der Kombination der Räume daher darauf, Wohn- und Nebenräume entsprechend zusammenzufassen ? auch wenn Sie noch kein Grundstück näher ins Auge gefasst haben. Zimmer, die Wasser- und Abwasseranschlüsse benötigen, sollten neben- bzw. übereinander angeordnet werden. Dies spart Leitungs- und damit Baukosten.

   

Bei der Planung eines Hauses sollte man nicht nur von den aktuellen Wohnbedürfnissen ausgehen. Denken Sie auch hier an Ihre Zukunft! Wollen Sie die Kinderzimmer später eventuell zu einer kleinen Einliegerwohnung zusammenfassen? Wenn ja, sollten Sie dies gleich bei der Planung berücksichtigen. Dies betrifft beispielsweise eine spätere separate Erschließung und die Versorgungsleitungen. Gleiches gilt für mögliche Aus- und Anbauten. Beim Ausbau des Dachgeschosses brauchen Sie Platz für eine Treppe und der Wintergarten lässt sich kostengünstiger realisieren, wenn spätere Wanddurchbrüche beim Bau des Hauses gleich berücksichtigt werden.

Je intensiver Sie sich im Vorfeld mit Ihren Wünschen und Bedürfnissen befassen, desto mehr werden Sie bei der Realisierung Ihres künftigen Heimes davon profitieren. Allerdings werden Sie Kompromisse eingehen müssen, denn nicht alles wird sich aus finanziellen, statischen oder baurechtlichen Gründen realisieren lassen. Für diese Vorarbeit brauchen Sie Zeit, doch die sollten Sie sich nehmen. Es ist allemal besser, vier Wochen zu planen, als sich zwanzig Jahre darüber zu ärgern, dass man die Balkontür im Schlafzimmer nicht öffnen kann, weil das Bett davor steht.

© Insignio (jh)



  • Gängige Maßstäbe:
    Beim Maßstab 1:100 ist ein Zentimeter auf dem Papier genauso viel wie ein Meter in der Wohnung.
    (Faustformel: 1 cm = 1 m)

    Bei 1:50 sind zwei Zentimeter auf dem Papier so viel wie ein Meter in der Wohnung.
    (Faustformel: 2 cm = 1 m)

    Beim Maßstab 1:10 entspricht ein Zentimeter auf dem Papier zehn Zentimeter in der Wohnung.
    (Faustformel: 1 cm = 10 cm)
   
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