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Holzhäuser
Holz, einer der ältesten Baustoffe, wird seit einigen Jahren von Architekten und Bauherren wiederentdeckt. In Erscheinungsbild und gestalterischer Vielfalt haben sich die Holzhäuser des 21. Jahrhunderts erheblich gewandelt. Nicht Fachwerk bestimmt das Bild, sondern eine große Palette moderner Bauweisen lässt viel Raum für individuelle Gestaltungswünsche.
Der erste Eindruck beim Besuch eines Holzhauses ist meist freundliche Behaglichkeit, die das Material Holz ausstrahlt. Dabei erlebt gerade im Zeitalter von Stahl, Glas und Beton Holz als bewusst gewählte Alternative eine Renaissance, die weit über die romantische Idee »zurück zur Natur« hinausgeht. In der Kombination von Holz mit anderen Baustoffen entstehen spannende Verbindungen und großzügige Räume, die offenem Wohnen und einer modernen Einrichtung Platz bieten.
   

Fällt die Wahl auf Holz als Baumaterial, so entstehen daraus deutliche Vorteile in puncto Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Global betrachtet ist Holz als nachwachsender Rohstoff (bei Verwendung einheimischer Holzarten) mit kurzen Transportwegen ein Beitrag zur Klimaverbesserung. Auch das Mikro-Klima in den Wohnräumen profitiert, da auf ganz natürliche Weise eine gesunde Atmosphäre und ausreichend Luftfeuchtigkeit geschaffen wird. Beim Holzschutz wird heute nahezu vollständig auf Chemie verzichtet. Durch den fachgerechten Einbau von trockenem Holz und der Wahl resistenter Holzarten ist das Gespenst der Gesundheitsgefährdung aufgrund von Holzschutzmitteln kein Thema mehr.

Wirtschaftlich zahlt sich Holz aus, weil es hilft, Heizkosten zu sparen. Als schlechter Wärmeleiter ist Holz ein idealer Dämmstoff. Angesichts der seit Februar 2002 geltenden neuen Wärmeschutz- und Energiesparverordnung bietet sich Bauen mit Holz geradezu an. Im Vergleich mit anderen Baustoffen kommt man bei einem Niedrigenergiehaus aus Holz mit weniger Dämmmaterial aus. Daraus entsteht ein weiterer positiver Effekt: Entscheidet sich ein Bauherr für eine schlanke Holzkonstruktion, so kann er bei gleicher Grundfläche ein plus an Wohnfläche gegenüber einem Steinhaus verbuchen. Gerade für junge Familien mit Kindern, denen in Neubaugebieten oft nur kleine Grundstücke zur Verfügung stehen, ein wichtiges Argument.

   

Zeit ist Geld. Das trifft ganz besonders auf das Bauen zu. In der Bauzeit fallen die Zinsen fürs Baudarlehen und die Miete für die »alte« Wohnung gleichzeitig an. Mit dem Baustoff Holz lässt sich diese Doppelbelastung verringern. Verschiedene Holzsystembauweisen ermöglichen einen hohen Vorfertigungsgrad, indem z.B. ganze Wandausbauten oder Dachstühle schon zusammengesetzt zur Baustelle angeliefert werden. Vor Ort sind diese Elemente dann schnell montiert. Bauverzögerungen aufgrund schlechten Wetters werden minimiert. Der Terminplan fürs Bauen lässt sich bei einem Holzhaus meist ohne Probleme einhalten.

Ein weiterer, zeitsparender Faktor ist die Trockenbauweise. Der Bauherr braucht nicht zu warten, bis Zement und Beton abgebunden haben. Sich hartnäckig haltende Baufeuchte tritt beim Holzhaus gar nicht erst auf.

   
Für Bauherren mit ganz speziellen individuellen Vorstellungen, etwa über die Verbindung von Stahl und Holz in Ihrem Traumhaus, führt der Weg über einen Architekten, der die Ideen des Bauherren umsetzt. Möglich ist es auch, einen erfahrenen Zimmererbetrieb zu beauftragen - insbesondere wenn man sich für ein Haus im Fachwerkstil entscheidet. Auch im Bereich der Fertighäuser kann ein Bauherr aus einer Vielzahl verschiedener Holzhaustypen wählen. Für junge Baufamilien mit handwerklichem Geschick bieten die Hersteller auch Möglichkeiten an, ein Holzhaus als Selbstbausatz oder in einer Ausbauvariante zu erwerben. Allerdings sollte man seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und den notwendigen zeitlichen Einsatz auch für den reinen Innenausbau nicht unterschätzen.
   

Ausgangspunkt des Holzhauses ist das bei uns historisch verbreitete Fachwerk und das ursprüngliche Holzblockhaus. Heute können Bauwillige unter im wesentlichen vier Konstruktionen wählen.

  • Holzständerbau (Skelett): Diese Bauweise ist am engsten mit dem historischen Fachwerk verwandt. Holzstreben oder Stahlverspannungen übernehmen die Sicherung des Gebäudes gegen horizontale (Schub-)kräfte. Die Stützenabstände können bis zu fünf Meter betragen. Da die Wände keine zusätzliche statische Funktion haben, können sie je nach Belieben gesetzt oder weggelassen werden. Optimal für Liebhaber des offenen Wohnens.
  • Massivholzbau: Der Blockhausbau ist die traditionelle Form der Massivholzbauweise. Die Tendenz geht hier hin zu mehrschaligen Wänden, in deren Zwischenraum Dämmmaterial eingebracht wird. Für Passgenauigkeit sorgen computergesteuerte Herstellung und die Verwendung von trockenem Holz. Baufamilien können heute zwischen einer Vielzahl von Variationen auswählen. Optimal für rustikales, naturnahes Wohnen.
  • Holztafelbau: Diese Bauweise wird von vielen Fertigbaufirmen bevorzugt, da sie einen hohen Vorfertigungsgrad zulässt. Die Tafelelemente, bestehend aus Rahmen und einer dem Ganzen Stabilität verleihenden Beplankung, werden inklusive der Dämmung, der haustechnischen Installationen (integrierte Leerrohre), Dampf- und Windsperre und evtl. dem Außenputz an der Baustelle angeliefert. Optimal, wenn die Bauzeit möglichst kurz sein soll.
  • Holzrahmenbau: Auch hier bilden der Rahmen aus Massivholz zusammen mit der Beplankung das tragende Element. Das Konstruktionsraster des Rahmens ist relativ eng gewählt (Abstände unter einem Meter). Dennoch können die Positionen für Fenster oder Türen frei gewählt werden. Zur Beplankung werden Spanplatten oder Gipskartonplatten bzw. Gipsfaserplatten verwendet. Aufwändiges Gerät wird für den Hausbau nicht benötigt. Optimal für alle, die Eigenleistung erbringen möchten.

© ev@new-econ.de
Fotos: Platz Haus, Baufritz



  • trockenem Holz: Bei einer Restfeuchte von maximal 18 % sprechen Fachleute von trocken. Wird zusätzlich eine geschlossene Verkleidung, beispielsweise bei Innenwänden, gewährleistet oder ist das Holz mindestens dreiseitig offen liegend, haben Pilze und Insekten keine Chance. Wichtig ist ein auskragendes Dach und der Schutz der Sockel.
   
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