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Grauwasserrecycling


Wasser doppelt verwenden
Auch wenn Wasser im regenreichen Deutschland im Überfluss vorhanden scheint, wird es in Zukunft weltweit zum Mangelgut Nr. 1 werden. Schon heute haben sich die Wasserkosten in vielen deutschen Haushalten mit fast 50 % zu den höchsten Wohnnebenkosten entwickelt.
Ständig steigende Wasserkosten für Nutzung und Entsorgung sind nur ein Aspekt des Themas. Trinkwasser wird als Lebensmittel eingestuft, seine Aufbereitung immer kostspieliger und chemiebelasteter. So ist es kaum nachvollziehbar, dass wir noch immer mit Wasser verschwenderisch umgehen. Warum wird in so wenigen Neubauten Grauwasser aufbereitet, warum spülen wir (fast) alle die Toilette mit sauberem Trinkwasser? Von 130 Litern Trinkwasser werden im Haushalt pro Person und Tag allein 35 Liter für die Toilettenspülung, 16 Liter zum Wäsche waschen, 12 Liter für die Gartenbewässerung und 7 Liter zum Putzen verwendet. Grauwasserrecycling schont die Grundwasserressourcen, verringert den Chemikalien- und Energieeinsatz bei der Gewinnung und Bereitstellung von Trinkwasser und entlastet nachhaltig Klärwerke und Gewässer.
   
Das so genannte Grauwasser ist Schmutzwasser, das frei von Fettresten und Fäkalien ist. Es wird in Recyclinganlagen in der Regel ohne chemische Produkte wieder aufbereitet, sodass es für Einrichtungen verwendet werden kann, die nicht zwingend Trinkwasserqualität erfordern. Daneben kann zusätzlich die Wärme des Wassers (Dusch- / Badewasser) über Wärmetauscher genutzt werden. Aufbereitetes Grauwasser eignet sich für die Toilettenspülung, zum Putzen, zum Wäsche waschen und natürlich für die Pflanzenbewässerung.
   
Fachleute gehen davon aus, dass die Grauwassernutzung den häuslichen Trinkwasserverbrauch und damit verbunden den Abwasseranfall um durchschnittlich 30 Prozent senkt. Sofern überschüssiges Recyclingwasser auf dem Grundstück versickern kann, reduziert sich der Abwasseranfall auf etwa 40 Liter Küchen- und Fäkalabwasser pro Person und Tag. An laufenden Kosten fällt der Stromverbrauch einer Pumpe an. Bei einem Kostenaufwand von 1.500 Euro für den Einbau einer solchen Anlage amortisiert sich die Grauwassernutzung für eine 4-köpfige Familie nach etwa 8 Jahren.
   
Aufbereitungsanlagen benötigen ein separates Leitungsnetz zum Sammeln des Grauwassers sowie zur Verteilung des Recyclingwassers. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, solch eine Anlage bereits beim Neubau einzuplanen. Je nach Anlagentyp wird das Grauwasser in unterschiedlicher Form aufbereitet. Im Prinzip wird das Grauwasser gefiltert und biologisch gereinigt, wobei die anfallenden Sedimente abgezogen und in die Kanalisation geleitet werden und zum Abschluss über eine UV-Lampe entkeimt. Die Wasserqualität entspricht dann den Anforderungen der EU-Richtlinie für Badegewässer. Im Klartext heißt das, dass ein längerer Ganzkörperkontakt mit dem Wasser sowie das Verschlucken geringer Mengen zu keiner Erkrankung führen dürfen.
   

Anschaffungskosten 4.500 EUR
Nebenkosten (1) 2.500 EUR
Finanzierungssumme 7.000 EUR
Finanzierungsbedarf in ... 7 Jahren
   
Bausparsumme 7.000 EUR
Zuteilung voraussichtlich in ... 7 Jahren
Tilgungsdauer 4 Jahre, 11 Monate
Nominalzins 1,95 %
Effektiver Jahreszins 2,65 %
monatl. Sparrate 50,00 EUR
monatl. Tilgung 52,00 EUR


(1) Erneuerung und Verlegung von Rohrleitungen inkl. Handwerkerkosten. Diese Kosten können je nach Alter und Zustand der Rohrleitungen höher oder niedriger liegen.

Vertragsbeginn 31.12. Abschlussgebühr wird mit den Einzahlungen verrechnet, Besparung bis Zuteilung, staatliche Förderung wird innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen gewährt und ist nicht in dieses Beispiel eingerechnet, die Zinsabschlagsteuer ist nicht berücksichtigt. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen darf sich keine Bausparkasse verpflichten, die Zuteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt zu garantieren. Die genannten Werte sind daher unverbindlich.

© AM SONNENPLATZ
Abb.: AquaCycle® von PONTOS GmbH, Hansgrohe


Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 2/2005 (PDF)

   
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