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Null Energiekosten


Bereits 2005 meldete das Statistische Bundesamt: Kosten in Privathaushalten für Öl und Gas um 6,8 Milliarden Euro gestiegen. Noch immer ist bei Öl- oder Gaspreisen keine Entspannung in Sicht. Alternative Heiztechnik und Dämmung liegt demnach bei Hauseigentümern im Trend. Immerhin fallen 53 % der Energiekosten als Heizkosten an.
Alternative Energie, vor Jahren noch in der breiten Öffentlichkeit als grüne Idee abgetan, ist inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Auch wir berichten regelmäßig über die Möglichkeiten der Solarenergie, des Fotovoltaik, über Pelletsheizungen, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke. Dämmmaßnahmen an der Fassade, der Kellerdecke oder unterm Dach helfen die Energiekosten gering zu halten. Bereits seit 2002 regelt die EnEv (Energieeinsparverordnung) die Richtlinien für Heiztechnik und Energieverbrauch. In der nunmehr zweiten Novellierung des Gesetzes, die im April dieses Jahres auf den Weg gebracht wurde, geht die Bundesregierung über die Festlegung von Standards für Alt- und Neubauten hinaus und forciert den Energiepass für alle Wohngebäude. Auch Altbaubesitzer und Eigentümer von Mietwohnungen sind dann in der Pflicht. Der Energiepass soll jedem Kauf- oder Miet-interessenten auf einen Blick eine Auskunft über die energetischen Eigenschaften des Hauses geben.
   
Wer heute baut, muss grundsätzlich ein Niedrigenergie-haus planen. Erreicht werden gute U-Werte mithilfe der Wandkonstruktion, moderner Fenster und Dach- sowie Kellerdämmung. Kombiniert der Bauherr diese noch mit alternativer Heiztechnik, Warmwasserbereitung und Stromerzeugung, gehören steigende Energiekosten für ihn der Vergangenheit an. Auf die Anforderungen der EnEv hat sich der Markt der Fertighaushersteller gut eingestellt. Alle auf dem deutschen Markt angebotenen Häuser sind Niedrigenergiehäuser.

Doch die Vorreiter der Branche gehen inzwischen einen Schritt weiter. Mit durchdachten Konzepten bieten sie Bauherren völlige Energiekostenfreiheit bis hin zu Häusern, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Mit Erfahrungen aus dem Polarkreis in Grönland, Island und Skandinavien gar wartet Danhaus auf. Der dänisch-deutsche Fertighaushersteller nimmt für sich in Anspruch, den Begriff "Energiesparhaus" geprägt zu haben. Durch seine so genannte Polarwand ist das Hausinnere mollig warm verpackt. Mit einem U-Wert von 0,8, 3fach-Verglasung und einer 265 bis 350 mm Isoliertechnik ist die höchste Energieeffizienz-Klasse A laut Energiepass allen Haustypen des Herstellers sicher.

Dass Energieeffizienz nicht teuer sein muss, beweisen gleich mehrere kleinere Fertighausfirmen. Schlüssel-fertige Passivhäuser sind bereits ab 135.000 Euro auf dem Markt. Bauherren sollten die Leistungs-beschreibung der Anbieter genau prüfen. Sind alle notwendigen Einbauten enthalten oder müssen Zusatzpakete erworben werden? Sinnvoll ist es, Referenzobjekte der Hersteller zu besuchen. Laien können ihr Bauvorhaben auch von einem unabhängigen Bausachverständigen begleiten lassen. Der prüft direkt nach jedem Bauabschnitt die Mängelfreiheit und verhindert so spätere aufwändige Nachbesserungen.
   
Mit einer Sonderedition unter dem Motto "8 Jahre Null Heizkosten" macht der Hersteller Libella, eine Tochter des großen Hausbaukonzerns Kampa, zurzeit auf sich aufmerksam. Das 3-Liter-Haus ohne Mehrpreis ist bei Libella schon länger Standard. Libella-Häuser verbrauchen weniger als 34 kWh/qm Primärenergie für Heizen und Lüften jährlich. Das entspricht einem Energiegehalt von nur 3 Litern Heizöl je Quadratmeter Wohn/Nutzfläche. Erreicht wird die Energieersparnis durch wärmebrückenfreie Konstruktion, extra starke Dämmung in Dach und Wand, 3-Scheiben-Thermoverglasung, Lüftung mit Kühlfunktion, Wärmepumpen sowie Wärmerückgewinnung. In der Sonderedition 2006 sind außerdem Wintergartenerker, offene Galerie, Quergiebel oder mehrfarbige Fassade enthalten. Im Rahmen der Aktion erstattet Libella seinen Bauherren die nach einem Energieschlüssel ermittelten Heizkosten - und das 8 Jahre lang.
   
Ein weiterer Branchenprimus bleibt innovativ. Weber-Haus präsentierte bereits 1996 das Hauskonzept Övolution. Die Serie wurde gemeinsam mit dem Planer der mehrfach prämierten Solarsiedlung bei Freiburg, dem Architekturbüro Disch, konzipiert. Seit dem 1. April 2006 nun können sich Bauherren für die Weiterentwicklung entscheiden: das "PlusEnergie-Haus", ein Fertighaus, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Kern der Weiterentwicklung ist ein neuer Wandaufbau. Die Außenwände sind nicht mit Styropor, sondern mit zusätzlichem Holz gedämmt. Kombiniert wird die Außenwand "ÖvoNatur" mit intelligenter Haustechnik. Eine Wärmepumpe deckt den kompletten Wärmebedarf des Hauses und stellt die Warmwasser-versorgung sicher. Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage zur Stromgewinnung installiert. Den gesamten Strom speisen die Eigentümer ins öffentliche Netz ein. Da die Heizung weniger Energie verbraucht, als die Fotovoltaikanlage produziert, wird die Anlage zur lohnenden Investition. Das Schöne am "PlusEnergie-Haus" ist, dass das Konzept auf alle Weber-Häuser anwendbar ist. Bauherren entscheiden über zusätzliche Technik-Pakete und können das Energiepotenzial ihres Hauses ausschöpfen – bis hin zum Energiegewinn.
   
Auch Gussek-Haus profiliert sich mit neuen Ideen in Sachen Energieeffizienz. Selbstverständlich sind alle Haustypen des Herstellers Energiesparhäuser. Auch bei Gussek arbeitet man mit einem speziellen Dämmsystem, dem "Thermowand Plus Dämmpaket", dessen Preis für Bauwillige einfach zu berechnen ist. Bei einem Quadratmeter Raumgrundfläche fallen 9,50 Euro an. Ein Häuschen mit 120 m² Raumgrundfläche in Erd- und Obergeschoss ist demnach für 1.140 Euro zusätzlich gedämmt. Wie bei allen Häusern dieses Herstellers ist die vorgemauerte Verblendsteinfassade bereits im Hauspreis enthalten.

Bauherren, die eine noch bessere Energiebilanz wünschen, sollten sich über das aktuelle Zusatzpaket "Wohlige Wärme eiskalt kalkuliert" informieren. Das Kernstück der Energieersparnis ist eine Wärmepumpe einer thermodynamischen Heizung, die es ermöglicht, Umweltwärme nutzbar zu machen. Geologische Bodenprüfung, Antragsstellung, Erdsondenbohrung und Fußbodenheizung sind im Angebot des Fertighaus-herstellers enthalten. Der Aktionspreis für das Zusatzpaket beträt 9.950 Euro.
   
Energiesparen bzw. Energieproduktion im und am Eigenheim scheint noch nicht ausgereizt. Bauherren tun gut daran, künftige Entwicklungen zu beobachten und ihre Haustechnik immer wieder anzugleichen. Erweiterbare Systeme, Zuschaltmöglichkeiten weiterer alternativer Energiequellen, Regenwassernutzung – der Weg geht hin zu größtmöglicher Unabhängigkeit von externen Energieversorgern. Schützenhilfe bieten Kampagnen wie die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützte "Klima sucht Schutz".

Hintergrund ist die Umsetzung der im Kyoto-Protokoll festgelegten 30%igen Minderung des CO2-Ausstoßes in den EU-Nationen. Eigentümer von Altbauten finden hier ebenso Hilfe und Beratung wie Bauwillige. Wer sich darüber informieren möchte, wie der Energieverbrauch seines Wohnhauses im Vergleich zu anderen Häusern in der Region steht, kann dies im Internet tun. Unter www.heizspiegel.de werden die Parameter des Hauses eingegeben (Wohnfläche, Heizart, Primärenergie-verbrauch...) und in kurzer Zeit vergleicht die Datenbank das Haus mit dem Durchschnitt der Region.

© ev@new-econ.de
Fotos: Libella-Haus GmbH

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 2/2006 (PDF)
   
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