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Mit dem Energieausweis werden dann auch alle Altimmobilien vergleichbar bewertet. Das soll den Immobilienmarkt transparenter machen und Hauskäufern wie Mietern verlässliche Daten über den Energieverbraucher eine Immobilie geben. Die Einführung des Ausweises war zunächst bis Ende diesen Jahres geplant, wird sich aber voraussichtlich bis Anfang 2008 verzögern. Details stehen noch nicht fest, aber die Intentionen des Gesetzgebers zeichnen sich bereits ab.
Grundsätzlich braucht nur der einen Energieausweis, der ein Haus vermieten oder verkaufen möchte. Wer in seinem Haus wohnt und dort bleibt, der benötigt ihn nicht. Auch nicht nach 2008. Allerdings möchten viele Hauseigentümer ihre Immobilie angesichts der steigenden Energiekosten zeitgemäß sanieren lassen. Damit ihnen dabei keine technischen Fehler unterlaufen, brauchen sie seriöse Energieberatung - unabhängig vom Energieausweis.
Ich besitze und bewohne ein Einfamilienhaus. Ab wann brauche ich den Energieausweis?
Das kommt darauf an, was Sie mit dem Gebäude vorhaben. Wenn Sie es selbst weiterhin bewohnen und weder vermieten noch verkaufen möchten, dann müssen Sie gar nichts tun. Sie brauchen den Energieausweis nicht. Wenn Sie aber Ihr Haus vermieten oder veräußern möchten, dann müssen Sie einen Energieausweis vorlegen. Und zwar voraussichtlich ab Anfang 2008. Zurzeit gibt es aber noch kein gültiges Gesetz. Das bedeutet: bis 2008 können Sie auch noch ohne Energieausweis vermieten oder verkaufen. Wie bisher.
Wer darf den Energieausweis ausstellen.
Zurzeit dürfen nur Sachverständige, die bei der Deutschen Energieagentur (DENA) gelistet sind, den Energiepass ausstellen. Adressen von entsprechend Qualifizierten finden Sie im Internet.
Was wird der Energieausweis kosten?
Das steht auch noch nicht fest. Das Gesetz wird hier klare Vorgaben liefern. Es hängt auch davon ab, ob Sie einen verbrauchsorientierten oder einen bedarfsorientierten Ausweis benötigen oder haben möchten.
Was ist der Unterschied zwischen einem bedarfsorientierten und einem verbrauchsorientierten Energieausweis?
Beim verbrauchsorientierten Ausweis wir der tatsächliche Verbrauch einer Immobilie zu Grunde gelegt, beim bedarfsorientierten wird der Energiebedarf eines Hauses aufgrund seiner Bauweise berechnet. Im ersten Fall hängt das Ergebnis maßgeblich von den Bewohnern ab. Wer viel zu Hause ist, der verbraucht zwangsläufig mehr Energie, als Menschen, die tagsüber auswärts arbeiten. Das heißt, der Verbrauch einer so gemessenen Immobilie lässt sich nicht ohne weiteres auf neue Bewohner übertragen. Potenzielle Mieter und Käufer bekommen also keine objektiven Werte.
Anders beim bedarfsorientierten Ausweis. Er setzt eine umfangreiche bautechnische Untersuchung voraus, die dann auch im dazugehörigen Gutachten detaillierte Werte liefert, verbunden mit konkreten Hinweisen zur energetischen Verbesserung der Bausubstanz. Damit lässt sich in der Praxis wesentlich mehr anfangen. Dieser bedarfsorientierte Ausweis soll Pflicht werden für alle Ein- bis Vierfamilienhäuser aus der Zeit vor 1978 (vor der ersten Wärmeschutzverordnung).
Wir haben ein Dreifamilienhaus und vermieten zwei Wohnungen. Müssen wir für diese Wohnungen einen Energieausweis beantragen?
Sie müssen den Ausweis für das Gesamthaus machen lassen. Und wenn Ihr Haus vor 1978 gebaut wurde, dann brauchen Sie aller Voraussicht nach ab 2008 den bedarfsorientierten Ausweis. Ist das Haus jünger, dann können Sie wählen zwischen dem bedarfs- und dem verbrauchsorientierten Energieausweis.
Was ist sinnvoller? Ein verbrauchsorientierter oder ein bedarfsorientierter Ausweis?
Aussagekräftiger ist natürlich der bedarfsorientierte Ausweis. Dazu muss nämlich das ganze Gebäude genau untersucht werden. Der Fachmann stellt dabei alle Schwachstellen fest und zeigt Ihnen, wo Sie energetisch nachbessern sollten. Das ist natürlich zeitaufwändig, und der Ausweis wird deshalb teurer als das verbrauchsorientierte Zertifikat, bei dem sich die Angaben auf den tatsächlichen Verbrauch stützen, der sich im wesentlichen aus den Heizungs- und Stromrechungen ergibt.
Ich will mein Haus energetisch sanieren lassen, brauche ich dazu überhaupt den Energieausweis?
Ja und nein. Grundsätzlich brauchen Sie nur dann den Ausweis, wenn Sie verkaufen oder vermieten wollen. Wenn Sie Ihr Haus aber behalten möchten und zukunftsfähig sanieren wollen, dann brauchen Sie ihn nicht. Eine Ausnahme ist allerdings geplant: Wenn Sie öffentliche Fördergelder beantragen, dann müssen Sie wahrscheinlich in Zukunft einen Energieausweis vorlegen.
In jedem Fall sollten Sie aber, wenn Sie Ihr Eigenheim energetisch sanieren wollen, schon im Vorfeld einen qualifizierten Energieberater zu Rate ziehen. Er macht ein umfangreiches Energie- und Sanierungsgutachten und danach können Sie dann in bauphysikalisch sinnvollen und finanziell leicht verdaulichen Schritten sanieren.
Was kostet denn so ein Energie- und Sanierungs-gutachten?
Das sind Erfahrungswerte: Man kann sagen, für ein einfach konstruiertes Haus kostet ein Sanierungsgutachten ab 700 Euro aufwärts.
Und was kann so eine komplette energetische Sanierung kosten?
Die kostet erfahrungsgemäß alles in allem ab 50.000 Euro. Weil Sie dabei aber viele bautechnische Fehler machen können, ist es sinnvoll, immer erst das Gutachten machen zu lassen und dann die Sanierung. Sonst sanieren Sie vielleicht falsch und haben anschließend schwere Bauschäden, die erst wieder für gutes Geld in Ordnung gebracht werden müssen.
Ich möchte mein Haus noch vor der Jahreswende dämmen lassen, und so die Mehrwertsteuererhöhung sparen. Aber die Handwerker sagen mir, sie hätten keine Dämmstoffe mehr. Was kann ich tun?
Das ist tatsächlich zurzeit ein Problem. Wir beobachten schon seit Sommer, dass viele Hausbesitzer ihr Haus schnell noch dämmen lassen wollen. Dadurch ist das Material knapp geworden. Baustoffe, vor allem Dämmstoffe sind im Augenblick nicht zu bekommen. Verschieben Sie alles besser auf das nächste Jahr. Arbeiten unter Zeitdruck gehen ohnehin selten gut. Dabei kann technisch einiges schief laufen. Nutzen Sie die Winterzeit jetzt lieber und lassen Sie sich ein Sanierungs- oder Energiegutachten machen. Mit den Ergebnissen können Sie dann die Arbeiten im kommenden Jahr in aller Ruhe neu ausschreiben und bekommen dann, wenn sich die Lage beruhigt hat, sicher auch wieder gute Angebote.
Hilfreiche Internetadressen
www.vpb.de – Die unabhängigen Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren beraten seit 30 Jahren private Bauherren individuell, firmen- und produktneutral in allen Fragen des Bauens, Sanierens und Energiesparens. Auf der Homepage sind auch Förderprogramme aufgelistet.
www.bafa.de – Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle vermittelt Energieberater der Energiesparberatung vor Ort. Auf den Internetseiten finden Bauherren die Berater nach Postleitzahlen sortiert.
www.kfw.de – Die Kreditanstalt für Wiederaufbau vermittelt im Auftrag des Bundes zinsgünstige Darlehen für Bauherren und Sanierer; für die Bewilligung der Fördermittel wird in Zukunft voraussichtlich ein Energieausweis benötigt. Servicetelefon: 0180 1335577.
www.dena.de - Die Deutsche Energieagentur listet auf ihren Internetseiten alle qualifizierten Aussteller des derzeitig noch gültigen "Energiepasses" auf.
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