Die Windrose weist auch noch Nebenhimmelsrichtungen auf. Legt man einen Kompass über den Grundriss eines Hauses, ergeben sich weitere geeignete Standorte für Räume: Der Südosten sollte Platz bieten für die wichtigste Mahlzeit des Tages: das Frühstück. Haus-wirtschaftsraum, Eingang und Küche sind im Nordwesten gut aufgehoben, Treppenhaus und Flur verbannt man nach Nordwesten. Soll die Sonnenenergie noch stärker ausgenutzt werden, gilt es sich in Richtung Süd-Südwest zu orientieren. Kollektoren zur Warmwassernutzung und Heizungsunterstützung oder eine Fotovoltaikanlage arbeiten dort auf Hochtouren. Der Versuch, Grund-stückslage, jetzige und spätere Nutzungen, die Lebensgewohnheiten der Bewohner und Arbeitsabläufe optimal unter einen Hut zu bekommen, stellt Bauherren vor komplexe Problemstellungen. Hier setzt dann der Architekt oder Planer an, hilft weiter und findet Lösungen, um alles in Einklang zu bringen. Heute stehen dazu Computerprogramme
und Software zur Verfügung, die sogar den Sonnenstand simulieren und die Verschattung zeigen. Fotorealistisch können Baufamilien auf dem Monitor noch vor Baubeginn durch ihr Traumhaus laufen. Eine Planungshilfe, an die die
Ägypter nicht im kühnsten Traum gedacht hätten. Denn genau wie damals, sollte auch heute nach den Himmelsrichtungen gebaut werden, um kostenlose Sonnenenergie auszunutzen.
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Foto: ProMassivhaus