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Energieberatung


Schaugenau
Kaum ein Thema wird so ausführlich in den Medien behandelt wie Klimawandel, Treibhauseffekt und zu hohe CO2-Emissionen. Bald soll es Ernst werden für Hausbesitzer. Denn, wer sein Haus verkaufen oder vermieten möchte, wird wohl ab dem 1. Januar des kommenden Jahres einen Energieausweis vorzeigen müssen.
Schlagworte wie Energieeffizienz sind in aller Munde, tragen jedoch auch zu Verunsicherungen bei. AM SONNENPLATZ (AS) sprach mit Dipl.-Ing. (FH) Lars Karopka, dem unabhängigen Energieberater eines Ingenieurbüros in Bruchköbel, um eine solide Beratung durchzuspielen.

AS: Herr Karopka, wo finde ich einen geeigneten Energieberater und worauf ist besonders zu achten?
Lars Karopka: Es gibt Online-Portale, auf denen sich Energieberater listen lassen können. Schon hier sollte auf Unabhängigkeit geachtet werden. Zu empfehlen sind die Beraterlisten der DENA (Deutsche-Energie-Agentur) und der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Neben den Beraterlisten kann ein breites Spektrum an Informationen rund ums Thema der Energieberatung, Energieeinsparung und Energieausweise eingeholt werden.

AS: Kann man ungefähr sagen, wie hoch die Kosten sind?
Lars Karopka: Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen. Je nach Komplexität und Größe der zu untersuchenden Gebäude, der Vollzähligkeit der benötigten Unterlagen und der aufzustellenden Sanierungsmaßnahmen, können die Kosten für eine Beratung stark schwanken. Für ein Einfamilienhaus sollte jedoch die Energieberatung ab 600 Euro möglich sein.

AS: Gibt es Zuschüsse vom Vater Staat und wo werden diese beantragt?
Lars Karopka: Ja, über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können alle hier zugelassenen Energieberater eine Förderung beantragen. Derzeit werden Ein- und Zweifamilienhäuser mit 175 Euro und Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten mit 250 Euro gefördert.

AS: Welche Unterlagen benötigt der Berater seitens des Eigentümers?
Lars Karopka: Für die energetische Untersuchung werden vermaßte Pläne des Gebäudes benötigt. Aus der Baubeschreibung geht hervor, welche energetische Qualität die Außenwände, Dachflächen, Boden-/ Kellerplatten und Fenster aufweisen. Im Allgemeinen findet der Eigentümer diese Unterlagen im Bauantrag. Liegen diese Daten nicht oder nur teilweise vor, müssen sie kostenpflichtig erhoben werden.

AS: Welche Bauteile werden untersucht?
Lars Karopka: Alle Wärme übertragenden Außenbauteile, also die Gebäudehülle mit Außenwänden, Außentüren und Fenster, Dachflächen und Bodenplatte und/oder Geschossdecke zu unbeheizten Räumen sowie die installierte Heizungsanlage einschließlich der Warmwasserbereitung.

AS: Auf was achtet der Fachmann besonders?
Lars Karopka: Neben der vorhandenen oder neuen Wärmedämmung auf mögliche Schwachstellen wie z. B. Wärmebrücken an Bauteilen wie Balkone, Erker, Rollladenkästen etc. und ungewollte Undichtigkeiten des Gebäudes. Und vor allem an die denkbaren Sanierungsstrategien!

AS: Also Vorschläge zur Modernisierung und Alternativen?
Lars Karopka: Ja, könnte beispielsweise von Strom auf Erdgas oder auf erneuerbare Energien umgestellt werden oder können neue Fenster dazu beitragen, Energie einzusparen? Ob sich dies lohnt und auch mit den Kundenwünschen vereinbaren lässt, wird im Beratungsbericht zusammengefasst.

AS: Bekomme ich nach Abschluss der Beratung einen Energieausweis ausgestellt?
Lars Karopka: Der Ausweis ist nicht automatisch Bestandteil, dieser ist extra zu verlangen und zu vergüten. Wer eine Energieeinsparberatung durchführen lässt, sollte jedoch den Ausweis gleich mitbestellen.

AS: Welchen Vorteil hat nun der Hausbesitzer von der Beratung?
Lars Karopka: Der positive Effekt, dass mit einer Reduktion von CO2 auch Energiekosten gesenkt werden, trägt entscheidend dazu bei, den Eigentümer zur energetischen Sanierung zu bewegen. Oft lassen sich über eingesparte Energiekosten die Sanierungsaufwendungen ganz oder teilweise amortisieren.

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