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Wärme aus der Erde


Heiztechnik
Die Erdwärme oder Geothermie gehört zu den bedeutendsten und zugleich innovativsten regenerativen Energiequellen. Sie hat viele Vorteile: Erdwärme steht, unabhängig von Klima und Jahreszeit, jederzeit und überall zur Verfügung.
Erdwärme ist äußerst zuverlässig und nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken lässt sich Erdwärme sowohl oberflächennah (vor allem für die Heizung einzelner Gebäude) als auch in großen Tiefenbereichen bis zu 5 000 m und mehr vor allem für Kraftwerke und zur Stromgewinnung nutzen. Denn tief im schmelz-flüssigen Kern des Erdinneren herrschen enorme Temperaturen von bis zu 6.000 Grad Celsius. Die geringfügigere Wärme der oberen Schichten von 8-12°C reicht aber schon zur Beheizung von Gebäuden aus. Auch eine Kühlung ist damit möglich.
   
Um die Erdwärme nutzbar machen zu können, bedarf es eines Mediums, mittels dessen man sie an die Oberfläche befördern kann. Hierbei gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Das Medium ist im Untergrund bereits als Dampf oder heißes Wasser vorhanden. Über eine Bohrung wird es an die Oberfläche befördert, durch Nutzung abgekühlt und schließlich wieder zurückgeleitet. Oder im Untergrund ist heißes Gestein vorhanden; um diese Wärme gewinnen zu können, wird Wasser in die Tiefe gepumpt, erhitzt und wieder nach oben gefördert. Um die vorhandene Energie im flachen Untergrund nutzen zu können, werden vor allem Wärmepumpen, aber auch Erdwärmekollektoren oder Erdwärmesonden eingesetzt. Aus den derzeit bekannten Ressourcen hydrothermaler Geothermie könnte laut Geothermischer Vereinigung bis zu 29 Prozent der in der Bundesrepublik benötigten Wärme bereitgestellt werden.
   
Die Wärmepumpe ist ein ausgereiftes Heizsystem, das viele führende Heizgeräte-Hersteller im Programm haben. Die Wärmepumpe ist preiswert im Betrieb und dazu umweltfreundlich. Sie benötigt für den Betrieb Strom, der aber deutlich preisstabiler als fossile Brennstoffe ist. Die Wärmepumpe emittiert keine klimaschädlichen Gase und senkt den CO2-Ausstoß um bis zu 30 Prozent gegenüber Gas-Brennwert-Heizungen. Die Anlage benötigt keinen Vorratsraum für Brennstoffe, lässt sich im Haus und auch außerhalb platzsparend aufstellen, benötigt keinen Schornstein, keine Abgasmessung, ist nahezu wartungsfrei und leise im Betrieb.
   
Die Wärmepumpe wandelt Wärme niedriger Temperatur (auch im Winter bei weit unter 0 °C) in Wärme hoher Temperatur um. Dies geschieht durch einen geschlossenen Kreislauf mit ständiger Änderung des Aggregatzustandes des Arbeitsmittels (Verdampfen, Komprimieren, Verflüssigen, Expandieren). Genauso entzieht z. B. auch der Kühlschrank seinem Inneren die Wärme und gibt diese dann nach außen ab. Die Wärmepumpe entzieht dem Erdreich oder dem Tiefenwasser gespeicherte Wärme und gibt diese plus der Antriebsenergie in Form von Wärme an den Heiz- und Warmwasserkreislauf ab.
   
Erdwärme ist laut Bundesberggesetz (BBergG) ein "bergfreier Bodenschatz", dessen Nutzung vom Staat konzessioniert wird. Wenn Erdwärme unter einem Grundstück für die Nutzung auf dem gleichen Grundstück gewonnen wird, regelt §4 BBergG eine Ausnahme: Nur ab einer Bohrtiefe von über 100 m müssen die Bergbehörden wegen einer Genehmigung der tiefen Bohrung eingeschaltet werden. Das Wasserhaushaltgesetz (WHG) schreibt im Zusammenhang mit der Nutzung bzw. Herstellung einer Erdwärmeanlage eine wasserrechtliche Erlaubnis vor, die bei der Unteren Wasserbehörde beantragt werden muss. Einige Ämter verlangen nur eine Bohrungs-anzeige und in einigen Bundesländern sind für kleine Anlagen vereinfachte Verfahren möglich. Verantwortlich für die Einholung einer Erlaubnis ist grundsätzlich der Grundstückseigner. Die Anträge sollten vom Bohrunternehmer bzw. von dem mit dem Bau der Anlage beauftragten Planer in Zusammenarbeit mit dem Grundstückseigner gestellt werden.

© WR@NEW-ECON.DE

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 2/2006 (PDF)
   
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