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Dem Himmel ein Stück näher


Zusätzlichen Wohnraum unterm Dach schaffen
Wohnen unterm Dach liegt im Trend. Schön hell ist es da oben, gemütlich unter schrägen Wänden und fernab vom Straßenlärm. Preiswerter als auf dem eigenen Dachboden lässt sich kein zusätzlicher Wohnraum schaffen. Vorausgesetzt: Gewusst wie!
Bevor man überhaupt an die Planung des Dachausbaus geht, sollte man zunächst die Bausubstanz gründlich prüfen (lassen). Reicht die Tragkraft des Bodens? Ist die Dacheindeckung dicht, der Dachstuhl frei von Schädlingen? Und natürlich: Ist der Dachausbau genehmigungspflichtig? Der Ausbau einzelner Dachräume von Ein- und Zweifamilienhäusern ist in manchen Bundesländern genehmigungsfrei. Für eine komplette Wohnung oder den Einbau einer Dachgaube ist meist eine Baugenehmigung erforderlich. Übrigens ist der Dachbodenausbau nur statthaft, wenn die Deckenhöhe mindestens 2,30 m beträgt. Dies entspricht dem von den Baubehörden zugelassenen Mindestmaß für Aufenthalts- bzw. Wohnräume. Bei sichtbaren Deckenbalken gilt deren Unterkante als Maß, unabhängig davon, wie hoch die darüber liegende Decke ist. Selbstverständlich dürfen niedrigere Abschnitte im Bereich der Dachschräge ebenfalls in den Wohnraum einbezogen werden.
   
Nach der Klärung dieser Fragen kann die Planung des Bauvorhabens beginnen. Selbstverständlich kommt es dabei in erster Linie auf die spätere Nutzung der ausgebauten Räume an. Ist eine komplette Dachwohnung geplant, müssen auch Bad und Küche installiert werden. Günstig ist es, Bad, WC und Küche gemeinsam zu planen. So können die notwendigen Installationen in der Zwischenwand gebündelt, die Leitungen preiswerter gedämmt und die Leitungswege kurz gehalten werden. Eine gemeinsame Entlüftung bietet sich ebenfalls an. Ganz wichtig ist hierbei eine wasserdichte Versiegelung des Bodens, damit bei einer Leckage die Balkendecke nicht vollläuft.

Ob als Kinderspielzimmer, (Gäste-)Schlafzimmer oder komplette Wohnung - Wohnen unter dem Dach vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit, wenn die Wohlfühl-Faktoren stimmen:

  • genügend große Fenster spenden Licht und Luft,
  • eine gute Trittschalldämmung sorgt für die nötige Ruhe in den unteren Geschossen,
  • die Räume sind ausreichend isoliert und günstig zu beheizen.
   
Erst ausreichendes Licht macht einen Dachraum behaglich. Laut Gesetzgeber müssen die vorhandenen Fensterflächen mindestens 12,5 Prozent der Raumgrundfläche betragen, sicher jedoch wird der Bauherr schon im eigenen Interesse für ausreichende Belichtung sorgen. Dachflächenfenster sind preiswert und am einfachsten einzubauen. Allerdings sollten sie mit einem Rollo ausgestattet sein, damit sich die Räume unter dem Dach im Sommer nicht zu sehr aufheizen. Gaubenfenster haben den Vorteil, dass sie die Wohnfläche vergrößern und sind daher für kleine Räume die beste Wahl. Große Giebelfenster wirken besonders großzügig, sind jedoch die teuerste Variante. Vorteil bei großem Dachüberstand: Im Winter kann die tief stehende Sonne den Raum heizen, im Sommer schützt der Überstand vor Überhitzung.
   
Ganz besonders wichtig ist gute Trittschalldämmung, vor allem bei Holzbalkendecken. Ein schwimmender Betonestrich ist optimal, wenn die Balken diese Belastung tragen können. Ersatzweise kann auch eine Dämmmatte als Untergrund für Verlegeplatten oder Holzdielen auf dem alten Dielenboden dienen. Um Schallbrücken zu vermeiden, muss eine Fuge zwischen Boden und Wänden berücksichtigt werden.

Wird unter dem Dach neuer Raum von mehr als zehn Quadratmeter geschaffen, verlangt der Gesetzgeber einen Wärmedurchgangswert (k-Wert) von höchstens 0,22 W/m²K. Dem entspricht eine Stärke von Dämmfilzen von etwa 22 Zentimetern. Die geforderten Richtlinien zur Wärmedämmung sollten Bauherren unbedingt erfüllen: Ist der Dachraum unzureichend gedämmt, können die Heizkosten enorm steigen. Vorher sollte die Dachhaut sorgfältig auf Lecks untersucht werden. Besondere Sorgfalt gebührt auch der Dampfsperre, jener Folie, die verhindert, dass die Feuchtigkeit der Raumluft in die Wärmedämmung eindringen kann, denn Feuchteschäden reduzieren nicht nur den Wärmedämmwert, sie gefährden auch die Stabilität des Dachstuhls.

   
In der Regel gab es vor dem Dachausbau nur eine ausklappbare Bodentreppe, welche den Zugang zum Dach ermöglichte. Die Lösung des "Treppenproblems" ist eine der wichtigsten Fragen beim Dachausbau - wie kann eine optisch ansprechende und dennoch Platz sparende Lösung aussehen? Die Antwort: Raumspartreppen. Am einfachsten ist eine einläufige Treppe, die in einer Richtung ins darüber liegende Geschoss führt. Die so genannte Spindeltreppe ist ein echtes Raumwunder. Ihre Stufen verlaufen spiralförmig um das Zentrum, die Spindel. Mit einer Mindeststufenbreite von 80 cm beanspruchen diese Treppentypen nicht mehr als eine runde Grundfläche von etwa zwei Quadratmetern. Im Übrigen gelten auch für die Dachgeschoss-Treppen die sonst empfohlenen Stufenhöhen.

© insignio (cp)
Foto: Qualitätsverbund DachKomplett

   
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