Noch heute dokumentieren über 700 Jahre alte, bewohnte Holzbauten die lange Lebensdauer von Holz und erinnern daran, dass Holzschutz jahrhundertlang ohne Chemie, einfach durch intelligente Konstruktion bestens funktioniert hat. Konstruktiven Holzschutz nennt man das. Das Prinzip ist denkbar einfach: Trockenes Holz ist ein schlechter Nährboden für Insekten und Pilze. Heute werden Holzhäuser aus industriell getrockneten Bauhölzern und Holzbaustoffen mit einer gleichbleibend niedrigen Feuchte gefertigt. Durch technische und konstruktive Maßnahmen, wie z.B. ausreichend große Dachüberstände und Abstand zum Erdreich, werden Regen- und Spritzwasser zuverlässig von den äußeren Gebäudeteilen ferngehalten. Die luftdichte Gebäudehülle verhindert ihrerseits einen Feuchtigkeitseintrag ins Haus. Daher kommt der moderne Holzbau heute im Inneren wie im Außenbereich ohne chemische Holzbehandlung oder "Versiegelung" aus.
Mit seiner natürlichen Tragfestigkeit und Elastizität ist Holz widerstandsfähig gegen Sturm, Schneelasten und extreme Kälte. Kein Wunder also, dass speziell in einigen Alpenregionen, in Skandinavien, Nordeuropa und Nordamerika mehr Menschen in Holzhäusern leben als in Steinbauten.