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Flexibel und komfortabel


Individuelle Fertighäuser aus Holz
Fertighäuser aus Holz stellen heute eine vollwertige Alternative zum konventionell gebauten Haus dar. Sie werden unabhängig von Wind und Wetter vorgefertigt, auf das Grundstück transportiert und dort montiert. Da die Wände nicht austrocknen müssen, sind Holzfertighäuser nach dem Bau sofort bewohnbar.
Als Bauherr kann man in Abhängigkeit von Geldbeutel, handwerklichen Fähigkeiten und der gewählten Konstruktion unter verschiedenen Ausbaustufen vom Rohbau bis zur schlüsselfertigen Ausführung wählen. Die klassischen Holzfertighäuser werden in vier unterschiedliche Konstruktionen unterteilt: die Skelettbauweise, die Holzrahmenbauweise, die Tafelbauweise und die Blockhausbauweise.

Die Skelettbauweise, auch Ständerbauweise genannt, ist vergleichbar mit der Konstruktion eines Fachwerkhauses. Hierbei besteht das Traggerüst aus senkrechten Ständern und waagerechten Trägern. Die Wände werden mit Dämmmaterialien gefüllt, mit Holzwerkstoffplatten wie z. B. Spanplatten oder Gipskartonplatten verkleidet und anschließend verputzt. Möglich ist auch, die Wände auszumauern, zu dämmen und zu verklinkern oder sie beispielsweise mit Glaselementen zu versehen. Der Vorteil der Skelettbauweise liegt in der hohen Flexibilität bei der Grundrissaufteilung und bei der Gestaltung der Außenwände.
   
Die Holzrahmenbauweise ist die weltweit am weitesten verbreitete Holzbauart. Hier bilden mehrere Rahmen aus Vollholz, die durch innen liegende Holzbalken stabilisiert werden, das Traggerüst. Die Verkleidung mit Holzwerkstoffen oder Gipskartonplatten trägt - im Gegensatz zur Skelettbauweise - wesentlich zur Stabilität der Konstruktion bei. Die Wärmedämmung wird in die Rahmen integriert, die Fassadengestaltung und die innere Verkleidung sorgen in Abhängigkeit vom Material und Ausführung für weitere Dämmung. Im Werk wird jedes Element bereits von einer Seite verkleidet.

Möglich ist auch, Wärmedämmung, Installationen und innere Verkleidung werksseitig vornehmen zu lassen. Die Holzrahmenbauweise ist sehr wirtschaftlich und ermöglicht durch schlanke Wandquerschnitte Wohnraumgewinne von bis zu 10 Prozent. Da die meisten Innenwände tragend sind, lassen sich nachträgliche Veränderungen der Raumgrößen nicht so leicht wie bei der Skelettbauweise durchführen. Weil die Konstruktion sehr einfach aufgebaut ist, bietet sich die Holzrahmenbauweise - bei fachkundiger Betreuung - gut für den Selbstbau an.
   
Die Tafelbauweise ist eine Variante der Holzrahmenbauweise, bei der die Wand- und Deckenelemente bereits im Werk komplett vorgefertigt werden. Das heißt, der Holzrahmen wird mit Wärmedämmung versehen und beidseitig verkleidet. Die damit entstandenen, großflächigen Tafeln übernehmen - wie beim Holzrahmenbau - tragende Funktionen. Sie werden noch im Werk mit Fenstern und Türen ausgestattet, die Außenseite wird verputzt oder mit Holzpaneelen verkleidet. Auf der Baustelle werden die Tafeln mit Hilfe eines Krans auf die Kellerdecke bzw. die Fundamente gehoben und dort montiert. Die weitgehende Vorfertigung hat den Vorteil, dass Fertighäuser in Tafelbauweise sehr schnell errichtet sind. Für Selbstbauer sind die Eigenleistungen beim Innenausbau möglich.
   
Bei der Blockhausbauweise bestehen die Außenwände aus massiven Rund- oder Blockbalken, die übereinander gestapelt und an den Ecken miteinander verkämmt werden. Sie bilden damit gleichzeitig Tragkonstruktion und Außenhaut. Als Material eignet sich das Holz von langsam wachsenden Nadelbäumen, vorzugsweise aus Finnland. Weil die dort herrschenden Klimaverhältnisse für ein langsames Wachstum sorgen, ist das Holz sehr widerstandsfähig und formstabil.

Spezielle Profile, mit denen die Balken versehen werden, sorgen für dauerhaft dichte Fugen. Um den ohnehin guten Wärmeschutz zu erhöhen, ist es möglich, die Blockhäuser innen oder außen mit einer zusätzlichen Wärmedämmung zu versehen. Eine Alternative hierzu sind zwei Balkenwände, deren Zwischenraum mit Wärmedämmung ausgestattet wird. Diese Variante hat den Vorteil, dass innen und außen die typische Optik des Blockhauses erhalten bleibt. Blockhäuser eignen sich gut für den Selbstbau und werden in verschiedenen Ausbaustufen angeboten.
   
Hinsichtlich einer individuellen Gestaltung bleiben heute keine Wünsche offen. Rechnet man die Basismodelle aller deutschen Hersteller zusammen, kann man unter rund 3.000 Haustypen auswählen. Hinzu kommen unzählige Varianten in Ausbau und Ausführung. Grundriss, Fassade, Fenster, Dach und Innenräume können genauso frei miteinander kombiniert werden wie bei einem "normalen" Haus. Grenzen setzen auch hier der Geldbeutel und die Bebauungsordnungen. Ein absolut unschlagbarer Vorteil ist die Tatsache, dass man Atmosphäre und Wohngefühl des neuen Hauses in den zahlreichen Musterhausparks bereits im Maßstab 1:1 erleben kann. Für die Suche nach dem passenden Angebot bietet sich das Verzeichnis des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau an. Es enthält die Standorte von über 600 Musterhäusern und ist kostenlos erhältlich.

Fertighäuser aus Holz bewähren sich seit Generationen in den USA, in Kanada und in Skandinavien und erfreuen sich auf Grund ihrer zahlreichen Vorteile auch in Deutschland steigender Beliebtheit. Die Herstellungsverfahren und Konstruktionstechniken sind heute so ausgereift, dass sie in puncto Langlebigkeit und Stabilität einem konventionell errichteten Haus in nichts nachstehen. Prüfinstitute und Gütegemeinschaften bürgen für gute und gleich bleibende Qualität. Ein großes Plus ist die Niedrigenergiebauweise. Viele Häuser unterbieten sogar die Vorgaben der Energieeinsparverordnung.

© Insignio (jh)
Fotos: HONKA

   
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