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Warm verpackt: Dachdämmung


Husten, Schnupfen und die tropfende Nase gehören im Herbst zum Programm. Nebelschwaden und nasskaltes Wetter können bei unpassender Kleidung grippale Infekte fördern. Passende Bekleidung sorgt für Wohlbefinden und Wärme, schützt vor Regen und Schnee. Gleiches gilt für eine geeignete Dämmung. Das Dachgeschoss, das den Witterungseinflüssen stärker ausgesetzt ist als die Fassade, stellt an die Dämmung besonders hohe Ansprüche.
Im Winter Wärmeverluste auszuschalten, Energiekosten zu senken und gleichzeitig ein sommerliches Aufheizen des Dachgeschosses zu vermeiden, das ist die Aufgabe der Dämmung. Neben der Dachkonstruktion ist die Wahl des Materials eines der Dinge, die der Bauherr selbst entscheiden kann. Üblich ist der Einbau zwischen den Sparren als so genannte Zwischensparrendämmung. Ein Einbau der Dämmung zwischen den Sparren eignet sich ebenfalls für einen nachträglichen Dachgeschossausbau, wenn die Eindeckung nicht erneuert und abgenommen wird. Möglich ist auch eine Aufdachdämmung über den Sparren. Dann bleibt die Dachkonstruktion von innen sichtbar. Eine bereits bestehende Dachdeckung muss dafür allerdings abgenommen werden, weshalb diese Variante oft bei Neubauten verwandt wird.
   
Auf dem Markt befinden sich Dämmstoffe aus unterschiedlichen Materialien, in verschiedenen Formen und Eigenschaften. In Mode kommen immer mehr pflanzliche, somit nachwachsende Rohstoffe wie Flachs, Hanf, Kokosfasern oder Baumwolle. Sie werden z. B. als Bahnen auf Rollen geliefert und sind in unterschiedlichen Breiten erhältlich, die sich an den gängigen Sparrenbreiten orientieren. Zwischensparrendämmstoffe sind nach dem Einbau keiner Druckbelastung ausgesetzt und haben ein relativ großes Volumen bei geringem Gewicht, das Einpassen der Bahnen zwischen die Sparren ist durch die Verformbarkeit der Bahnen einfach zu handhaben. In die Hohlräume zwischen den Balken können auch Schüttungen eingeblasen werden. Schaf- und Baumwolle, Zellulose, Holzfasern oder -späne eignen sich hierfür. Als weitere Gebinde stehen Platten zur Verfügung. Kork, Schilf, Zellulose und Holzfasern werden mit Bindemittel versehen und zu Platten gepresst. Diese können zwischen und auf die Sparren montiert oder aufgebracht werden.
   
Seit langem als Dämmstoff gebräuchlich ist Stein- oder Glaswolle. Mineralfasern sind in Bahnen, Matten und Platten erhältlich. Vorgefertigte Dämmstoffkeile aus Steinwolle erfreuen sich großer Beliebtheit, die Keile lassen sich mühelos zwischen die Holzbalken einbauen und zurechtschieben. Auch in Flockenform lassen sich die Fasern in die Sparrenzwischenräume einblasen. Erdöl ist der Hauptbestandteil für Hartschaumplatten, die hauptsächlich bei der Aufdachdämmung eine Rolle spielen. Die Abkürzungen EPS (expandierter Polystyrol-Hartschaum), XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum) sowie PUR (Polyurethan-Hartschaum) sind die gängigen Bezeichnungen für die Platten, die mit Treibmitteln aufgeschäumt werden. Die formstabilen und belastbaren Platten werden auf den Ziegeln aufgebracht und ermöglichen so eine dekorative Sparrenuntersicht. Beim nachträglichen Dachgeschossausbau wird diese Dämmform nur verwandt, wenn die Dacheindeckung ebenfalls erneuert wird.
   
Eine ideale Dämmung zu finden scheint nicht immer einfach, die Stoffe haben alle Vor- und Nachteile. Hartschaumplatten sind resistent gegen Schimmel, Fäulnis und bieten keinen Nährboden für Ungeziefer. Es werden jedoch bei der Herstellung Treibgase verwandt und der Grundstoff Erdöl steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. Steinwolle mit gutem Dämmverhalten, auch bei sommerlichen Temperaturen, hat ein ausgezeichnetes Brandschutzverhalten. Bei der Verarbeitung müssen aber Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die verhindern, dass die dünnen Fasern eingeatmet und verteilt werden. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind ökologisch und ressourcenschonend. Zusatzstoffe sind hier notwendig, um das Brand- und Feuchtverhalten zu verbessern und auch Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Die Dämmstärke bei Steinwolle und bei pflanzlichen Dämmstoffen ist allerdings um ein Vielfaches größer zu wählen, als bei Hartschaumplatten. Somit kann beim nachträglichen Dachgeschossausbau eine Aufdopplung der Sparren erforderlich werden, um die notwendige Dämmstärke zu erreichen. Mit der Einführung der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) im nächsten Jahr werden durch den Gesetzgeber erneut einzuhaltende Normen festgesetzt, um den Energieverbrauch und CO2 Ausstoß zu verringern. Bei Neubauten sind Wärmeschutznachweis und Energiepass obligatorisch. Bei Gebäuden, die den Mieter oder Eigentümer wechseln, ist ein Energiepass auszustellen. Ob Neubau oder Sanierung, die Berechnung des Energie- und Wärmebedarfes und damit verbundene Einsparungen bemessen sich nach dem Gesamtenergiekonzept, welches der Energieberater erstellt. Der Architekt oder Ingenieur gibt genaue Auskunft zu erforderlichen Maßnahmen des Feuchteschutzes, der Dampfdiffusion und Luftdichtheit, die auf die gewählte Dämmung genauestens abgestimmt werden müssen.

© am@new-econ.de
Foto: Xella

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 4/2005 (PDF)
   
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