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Kreditumschuldung kann sich auszahlen


Anschlussdarlehen
Wer in den nächsten Wochen oder Monaten ein Anschlussdarlehen abschließen muss, weil die Zinsbindungsfrist für den Erstkredit ausläuft, der kann sich nach wie vor über niedrige Zinsen freuen. Dies sollte jedoch nicht davon ablenken, die verschiedenen Angebote von Banken oder Finanzierungsvermittlern genau unter die Lupe zu nehmen. Denn die Konditionen unterscheiden sich teilweise erheblich, was im Endeffekt zu sehr unterschiedlichen Belastungen führen kann.
Eines sollten Kreditnehmer auf keinen Fall tun: Aus Bequemlichkeit oder aus Zeitgründen einfach seinem jetzigen Kreditgeber treu bleiben. Auch in der aktuellen Niedrigzinsphase bleibt der Vergleich der Baugeld-konditionen unerlässlich. Dabei gilt: Niemand sollte das erst beste Angebot ungeprüft akzeptieren. Wer so handelt, verschenkt meist viel Geld. Grund: Der Zinsunterschied zwischen einem kostengünstigen und einem teuren Darlehen beträgt nicht selten ein halbes Prozent, manchmal sogar noch mehr. Das kann den Kreditnehmer über die Laufzeit viele Tausend Euro kosten.

Das Problem: Oft erhalten Darlehensnehmer das Verlängerungsangebot ihres Finanzdienstleisters erst vier Wochen vor Ablauf der Zinsbindungsfrist zu. Sie handeln damit zwar gesetzeskonform, doch ein Monat ist nicht viel Zeit, um eine kostengünstigere Offerte zu finden. Will der Eigentümer wechseln, so stehen meist (zeit)aufwendige Bonitätsprüfungen an. Der aktuelle Geldgeber hat es da besser, er kennt bereits die finanziellen Verhältnisse des Kunden und spekuliert auf den Zeitfaktor.
   
Vorausschauende Eigentümer sollten spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung beim bisherigen Darlehensgeber um ein verbindliches Folgeangebot bitten, raten Kreditexperten. Zeitgleich sollte man sich nach Alternativangeboten umschauen. Dabei ist es sinnvoll – wie bei der Erstfinanzierung – die erforderlichen Unterlagen zur Bonitätsprüfung griffbereit zu haben. Benötigt werden in der Regel Verdienst-bescheinigungen, die Steuerbescheide der letzten beiden Jahre, der Kaufvertrag der Immobilie, ein aktueller Grundbuchauszug, der Nachweis über die Höhe der Restschuld und eventuell Sicherheiten.
   
Wichtig ist, dass sich Kreditnehmer nicht verunsichern lassen. Es passiert nämlich immer wieder, dass Kunden, die ihre Hausbank auf eine günstigere Offerte eines anderen Geldinstituts aufmerksam machen, mit der Antwort abgespeist werden, dass die für die Umschreibung anfallenden Gebühren den Zinsvorteil auffressen würden. Deshalb sei es nicht lohnenswert, das Kreditinstitut zu wechseln. Doch das stimmt meist nicht. Die Kosten, die bei der Grundbuchumschreibung anfallen, betragen im Schnitt 300 bis 400 Euro bei einem Umschuldungsbetrag von 150.000 Euro. Zum Vergleich: Ein um 0,5 Prozentpunkte günstigeres Hypothekendarlehen über die gleiche Summe bringt bei zehn Jahren Laufzeit eine Zinsersparnis von rund 7.000 Euro. Bei höherer Restschuld oder größerer Zinsspanne ist die Ersparnis sogar noch größer.

© Insignio (ge)

   
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