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Miete zu Eigentum: Das kann sich lohnen


Immer mehr Mietwohnungen werden zum Kauf angeboten
Zehntausende Mieter werden nach einer Schätzung der Dresdner Bank in den nächsten zehn Jahren ihre Mietwohnung zum Kauf angeboten bekommen. Das kann sich lohnen: Noch locken bis zu 20 Prozent Ersparnis gegenüber vergleichbaren Bestandsobjekten, und die nach wie vor niedrigen Hypothekenzinsen erleichtern die Finanzierung. „Mieter sollten daher prüfen, ob sie diese Chance nutzen wollen, zumal die eigenen vier Wände eine wichtige Säule der Altersvorsorge sind”, rät Thomas Beyerle, Immobilienspezialist von Dresdner Bank und Allianz.
Während bisher pro Jahr nur rund 10.000 bis 15.000 Mietwohnungen privatisiert wurden, dürfte diese Kurve in Zukunft steil nach oben zeigen. Grund: Seit Ende der 90-er Jahre haben internationale Finanzinvestoren in Deutschland insgesamt 850.000 Wohneinheiten erworben. „Dabei handelt es sich meist um Zwischen-investoren, die die Bestände kaufen, ganz oder teilweise sanieren und dann gewinnbringend weiterveräußern wollen”, so Beyerle. Angeboten werden die Wohnungen den Mietern oder Kapitalanlegern. Wer als Mieter also nicht kaufen will, bei dem kann plötzlich ein unbekannter Kapitalanleger vor der Tür stehen und sich als neuer Vermieter vorstellen – oder schlimmstenfalls Eigenbedarf anmelden.

Beyerle: „Wer das verhindern und gleichzeitig Immobilienbesitz als Baustein für die private Altersvorsorge aufbauen will, sollte sich eine eventuelle Kaufofferte seines jetzigen Vermieters genau ansehen.”
   
Trotz Wegfalls der Eigenheimzulage können Verbraucher so günstig wie selten zuvor ihre eigenen vier Wände finanzieren. Derzeit liegen die Effektivzinsen für ein Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Bindung bei rund 4,5 Prozent – deutlich niedriger als vor fünf Jahren mit über sechs Prozent. Beispiel: 100.000 Euro sind derzeit mit weniger als 600 Euro monatlich zu finanzieren (zehnjährige Zinsbindung, zwei Prozent Anfangstilgung). Im Frühjahr 2001 musste der Eigenheimbesitzer hingegen noch monatlich fast 700 Euro für die gleiche Summe aufbringen. Zudem fördert der Staat mit Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-sparzulage auch künftig den Immobilienerwerb – wenn auch in geringerem Maße.
   
„Derzeit bekommt man von Miete zu Eigentum umgewandelte, sanierte Wohnungen in guten städtischen Lagen bis zu 20 Prozent günstiger als vergleichbare Bestandseinheiten”, hat Analyst Beyerle ermittelt. Doch die Preise des Altbestandes nähern sich in begehrten Lagen immer mehr dem Preisniveau von Neubauten an – neben den aktuell günstigen Zinsen ein weiteres Argument, jetzt zu kaufen. Die künftige Wertsteigerung der Eigentumswohnung hängt unter anderem von einer guten Lage, einem gewachsenen und stabilen Nachbarschaftsumfeld, guter öffentlicher Verkehrsanbindung, ausreichend Geschäften, Annehmlichkeiten wie einem PKW-Stellplatz und der Wirtschafts- und Arbeitsmarktprognose für die Stadt oder Region ab.
   
Auch Wohnungseigentümer haben Nebenkosten – für Strom, Heizung und Warmwasser, Gebäude- und Grundstückspflege oder Aufzugswartung. Um diese Belastungen auf Dauer niedrig zu halten, sollte die zum Kauf angebotene Wohnung energiesparend saniert sein (Fenster, Dämmung), das Haus über eine moderne und effiziente Heizungsanlage verfügen und über einen modernen, wartungsarmen Aufzug verfügen.
   
Immobilienspezialist Beyerle erwartet, dass durch das stark steigende Angebot an Eigentumswohnungen in Zukunft breite Schichten der deutschen Bevölkerung die Chance haben, ihre eigenen vier Wände zu erwerben. Noch hat Deutschland mit 43 Prozent eine international sehr niedrige Eigentümerquote. Wer allerdings mit sehr kleinem Budget auskommen muss, wird bei Lage, Größe und Ausstattung der Eigentumswohnung Abstriche machen müssen. „Es ist aber für fast jeden Geldbeutel in den nächsten Jahren etwas auf dem Markt”, ist Beyerle sich sicher.

© Dresdner Bank

   
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