replacenav
Energiesparen


Nieder mit den Stromfressern
Bei der jährlichen Stromabrechnung verschlägt es nicht wenigen die Sprache. Saftige Nachzahlungen können das Haushaltsbudget ordentlich durcheinander bringen. Und das, obwohl man doch extra eine neue Wasch-maschine gekauft hat, um Strom zu sparen.
Was viele nicht wissen: In fast jedem Haushalt werden Stromfresser durchgefüttert, auf die man sehr gut verzichten kann. Bis zu einem Viertel des Strom-verbrauchs kann man zu Hause problemlos sparen, ohne eine Einbuße beim Komfort hinnehmen zu müssen. Das hat die Initiative EnergieEffizienz ausgerechnet. Dabei muss man nur zwei Dinge beachten: Die richtigen Geräte kaufen und sie stromsparend nutzen.

Den größten Teil des Stroms in Privathaushalten – zwischen 25 und 45 Prozent – verbrauchen Haus-haltsgeräte. Daher kann der Austausch eines mehr als zehn Jahre alten Gerätes sinnvoll sein, selbst wenn es noch funktioniert. Im Vergleich zu Produkten aus dem Jahr 1990 lassen sich mit der EU-weit gültigen Effizienzklasse A++, die für höchste Energieeffizienz steht, bei Kühlschränken bis zu 75 Prozent Strom sparen, bei Wäschetrocknern 40 Prozent, bei Waschmaschinen und Geschirrspülern je 35 Prozent. Kühlschränke sind an kühlen Orten gut platziert, da ein Grad weniger Raumtemperatur zwischen drei und sechs Prozent Strom spart. Insgesamt, so hat das Statistische Bundesamt kürzlich verkündet, steigt trotz energie-sparender Geräte der Stromverbrauch weiter an. Als Grund wurde vor allem die zunehmende Ausstattung der Haushalte mit PCs, Wäschetrocknern, Geschirrspülern, Mikrowellen und Videorekordern ausgemacht. So hat sich der Bestand an PCs in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht, der von Geschirrspülern verdoppelt.
   
Ein oft unterschätztes Problem sind die Stand-by-Funktionen an Fernsehern, Radios, Videorekordern, PCs und anderen Geräten. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat ausgerechnet, dass ein Siebtel des Stromverbrauchs – bei guter Geräte-ausstattung sind das über 100 Euro im Jahr – für Geräte in "Wartestellung" verschwendet werden. In den allermeisten Fällen ist die Funktion überflüssig. Deshalb beim Kauf auf einen Ausschaltknopf achten bzw. bei Nichtbetrieb einfach den Stecker ziehen. Schaltbare Steckdosenleisten trennen gleich mehrere Geräte sicher vom Netz. Auch Vorschaltelemente, die Geräte dann abschalten, wenn sie in den Stand-by-Modus versetzt werden, sind zuverlässige Hilfen.
   
Bei Computern – PCs, Drucker, Scanner und TV-Geräte haben einen Stromanteil von bis zu 25 Prozent in modernen Haushalten – sollte die Energiesparfunktion aktiviert werden, die dafür sorgt, dass Monitor und PC bei Nichtbenutzung in den Schlummerzustand fallen. Tipp: Laptops verbrauchen in der Regel 70 Prozent weniger Strom als PCs mit Flachbildschirm. Ist die Stand-by-Funktion erforderlich, sollte ein Gerät gewählt werden, dass dafür wenig, zum Beispiel nur 0,5 Watt verbraucht. Bei 20 Stunden Stand-by täglich kommen so jährlich nur drei Kilowattstunden zusammen – weniger als ein Euro Stromkosten. Natürlich sollte – gerade wenn das Gerät viel benutzt wird – auch auf geringen Verbrauch im Normalbetrieb geachtet werden. Ein etwas teureres, aber energieeffizientes Gerät zahlt sich daher unbedingt aus.
   
Immerhin gut 10 Prozent Strom frisst auch die Beleuchtung. Hier haben die Verbraucherschützer eine interessante Rechnung aufgemacht: Wer mit Energiesparlampen arbeitet, die pro Stück etwa 6,60 Euro mehr als eine Glühbirne kosten und eine Lebensdauer von 14 Jahren haben, kann in der Zeit pro Lampe rund 90 Euro Stromkosten sparen! Der Gewinn von 83,40 Euro entspricht einer Verzinsung von über 23 Prozent. Würde man die 6,60 Euro auf ein Sparbuch mit einem Prozent Zinsen legen, käme im gleichen Zeit-raum lediglich ein Euro Zinsgewinn heraus.

© EP@NEW-EOCN.DE

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 1/2007 (PDF)
   
Weitere Artikel
> Energieausweis ist noch keine Vorschrift!
> Null Energiekosten
> Thermografie spürt Energielecks auf
Ihr Kundenmagazin
> informieren
> reinschauen
> probieren
> abonnieren
Titelbild 'Am Sonnenplatz'

©ADBAG 2003. Alle Rechte vorbehalten. >Impressum >Datenschutz-Grundsätze >Nutzungsbedingungen Top