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Zisterne


Kostbares Nass
Der Gedanke klingt bestechend: In einem heißen Sommer viele Wochen lang die Blumen und Gemüsebeete mit dem gesammelten Regenwasser zu versorgen. Praktisch gelingt das aber nur selten.
"Als wir 1993 unser Haus gebaut haben, hat es uns die Gemeinde zur Pflicht gemacht, eine Zisterne anzu-legen." Seit dieser Zeit nutzt Hagen Lehmann aus Obertshausen in der Nähe von Offenbach am Main das Regenwasser, das er dort auffängt. Mit siebeneinhalb Kubikmetern Fassungsvermögen ist seine im Eigenbau entstandene Zisterne nicht gerade klein. Mit ihr fängt er das Regenwasser auf, das vom Dach über ein Fallrohr in den Auffangbehälter fließt. "Aber das reicht bei weitem nicht aus, um damit einen ganzen Sommer lang den Garten zu bewässern", hat er gemerkt. "Unsere Einsparungen sind also nicht sehr groß." Denn auch der größte Wasserspeicher nutzt nichts, wenn es nicht genug regnet.
   
Nicht jeder, der den Gedanken ökologisch und finanziell verlockend findet, kann sich eine Zisterne in den eigenen Garten bauen und das Regenwasser nach Gutdünken nutzen. Dafür sorgen recht unterschiedliche Normen, Regelungen und Vorschriften der jeweiligen Städte, Gemeinden und Wasserversorger. Grundsätzlich aber gilt: Regenwasser ist kein Trinkwasser, denn es ist mit Bakterien versetzt und darf nicht in den Trink-wasserkreislauf eingeleitet werden. Zuleitungen von einer Zisterne ins Haus müssen deshalb von anderen getrennt und gesondert gekennzeichnet werden. Ob Beton oder Kunststoff, ob Marke Eigenbau, aus dem Heimwerkermarkt oder vom Profi angelegt – vor dem Bau steht immer die Frage: Rechnet sich das für Umwelt und Geldbeutel? Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Niederschlagsmenge, die Größe der Dachfläche, der durchschnittliche Wasserverbrauch und anfallende Gebühren und Kosten für die Reinigung und Instandhaltung. Viele Anbieter von Komplett-anlagen bieten inzwischen einen Online-Berechnungs-service, der Interessenten hilft, sich direkt einen Überblick über die mögliche Wassermenge zu verschaffen, die aufgefangen werden kann.
   
Wilfried Rosendahl, Inhaber der Firma RSD Rosendahl System in Hannover, ist Fachmann für solare Wasser-aufbereitung, engagiert sich aber auch für den Zisternenbau in Entwicklungsländern. Aber was dort Sinn macht, sollte von Hausbesitzern hierzulande gut bedacht werden. "Bau- und Installationskosten betragen bei einem Einfamilienhaus rund 6.000 bis 10.000 Euro. Damit sich eine solche Investition rechnet, müssten die Eigentümer einen monatlichen Wasserbedarf von 15 bis 20 Kubikmetern haben", macht er die Rechnung auf. "Tatsächlich beträgt der Durchschnittsbedarf bei Einfamilienhäusern aber weit weniger als die Hälfte, mitsamt der Gartenbewässerung." Und der Umwelt-aspekt? Fachbuchautor Karl-Heinz Böse zum Beispiel argumentiert mit dem geringeren Energieaufwand, dem Verbrauch von wesentlich weniger Waschpulver und der Abwasserverminderung. Regenwassernutzung ist ein Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit der Natur. Er verweist in seinem Buch "Regenwasser für Garten und Haus" auch auf begrenzte Wasservorräte und Grundwasserabsenkungen. Ob sich der Bau einer Zisterne nun lohnt oder nicht, ist wohl eine Sache der persönlichen Einstellung. Wichtig ist vorab immer eine fachkundige Beratung. Mit dem Bausparvertrag kann auch dieses Vorhaben finanziert werden. Denn von "A" wie Außenputz bis "Z" wie Zisterne ist das zinsgünstige Bauspardarlehen vielseitig einsetzbar.

© GM@NEW-ECON.DE

   
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