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Ferienimmobilie


Deutschlands schönste Stellen
Immer mehr Deutsche schaffen sich Wohnungen oder Häuser in den schönsten Ecken ihrer Heimat an, um ein Feriendomizil im eigenen Land zu nutzen. Der Markt ist jedoch sehr diffus. Als Altersruhesitz lockt später mietfreies Wohnen.
Laut einer aktuellen Bausparkassen-Studie besitzen mehr als eine Million Deutsche eine Zweitwohnung oder ein Zweithaus in einer heimatlichen Urlaubsregion. Einen homogenen Markt für Ferienhaus-Immobilien gibt es jedoch nicht. Im Prinzip müssen sich Interessenten an Preisen für klassische Häuser und Wohnungen am Ort orientieren. Einziger Unterschied: Die Ferienimmobilie kann durchaus kleiner sein als die heimische Wohnung. Eine neue Studie des Forschungsinstituts Empirica zeigt: Die "alten Jungen" (50 bis 60 Jahre alt) und die "jungen Alten" (60 bis 70) suchen Geschosswohnungen in überschaubaren Häusern mit Aufzug. Singles bevor-zugen mindestens 2-Raum-Wohnungen, Paare mindestens drei bis vier Zimmer.
   
Schlaglichter auf den Markt zeigen ein erhebliches Gefälle. Das Abschreckende zuerst: Die Insel Sylt ist der begehrteste deutsche Zweitwohnsitz. Die Preise haben sich seit 2004 um rund 15 Prozent erhöht; im Schnitt kostet ein Haus heute 509.000 Euro, hat der Makler Engel & Völkers beobachtet. In der begehrtesten Lage (Kampen) müssen für frei stehende Einfamilienhäuser, reetgedeckt, mit allem nur erdenklichen Luxus in der Innenausstattung und vor allem in bester Lage, bis zu 11 oder 12 Millionen Euro hingeblättert werden. Die herkömmliche Kalkulation wird auf Sylt auch deswegen gesprengt, weil häufig nur zehn Prozent des Grund-stücks bebaut werden dürfen. Nicht selten liegt wegen der Knappheit an Bauland allein der Boden-richtwert über 850 Euro pro Quadratmeter.

Eine Spur erschwinglicher ist die restliche Nord- und Ostseeküste, aber selten ein Schnäppchen. Da hat die schon traditionell nicht billige Ostseeregion in Mecklenburg-Vorpommern schnell aufgeholt. Beispiel Kühlungsborn (westlich von Rostock): Als Zweitwohnsitz besonders gefragt sind 2- bis 3-Raum-Eigentums-wohnungen mit Wohnflächen von 60 bis 90 Quadrat-metern bis zu einem Kaufpreis von 250.000 Euro, hat Engel & Völkers beobachtet. Die Preise haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Recherchen von "AM SONNENPLATZ" vor Ort ergaben in zweiter Reihe noch Quadratmeterpreise von über 140 Euro allein fürs Baugrundstück und ab 1.765 Euro pro Quadratmeter für Ferienapartments in Geschossbauten (Miete: 5 bis 9 Euro/m²).

Viele Kunden wollen aktuell nicht nur ein Feriendomizil haben, sondern es auch gezielt als späteren Alters-ruhesitz nutzen. Das rentiert sich häufig nur, wenn eine längere Zwischenvermietung erfolgt. Traditionell ist das Voralpenland ebenso begehrt wie teuer. Beispiel Fünf- Seen-Land (mit Starnberger See, Ammer- und Wörth-see) sowie Würmtal. Der besondere Reiz dieser Region besteht in der Kombination aus der Nähe zur Metropole München und dem Urlaubsflair der Seenlandschaft. In Starnberg ist eine erhöhte Nachfrage nach ruhigen, zentrumsnahen Wohnlagen mit Orientierung zum See zu verzeichnen, so Engel & Völkers. Viel Licht, offene Grundrisse, ein unverbaubarer Weitblick sowie Ruhe und Geborgenheit sind für viele unverzichtbar. Eigentums-wohnungen sind vor allem in Starnberg und im Würmtal gefragt als exklusiv ausgestattete Penthouse-Wohnungen ab 150 Quadratmeter Wohnfläche. Preise: ab 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Miete: 8 bis 13 Euro/m²).
   
Ähnlich hohe Preise gibt es auch im Vordertaunus rund um die Bankenmetropole Frankfurt/Main und rund um Berlin, insbesondere im Bereich westlich der Hauptstadt samt Potsdam. Im Rest des Landes kann man durchaus deutlich preiswerter kaufen, insbesondere im ländlichen Raum. Doch hoher Freizeitwert taugt mit Blick auf den Altersruhesitz nicht als einziges Kaufkriterium. Ein Hauch Urbanität beugt Vereinsamung vor, die Wege für Einkauf und zur medizinischen Betreuung werden womöglich beschwerlicher. Wer dann weitab vom Schuss in purer Natur wohnt, wird sicher auch beim Verkauf Abstriche hinnehmen müssen. Für Kaufimpulse sorgt gerade bei Ferienimmobilien immer wieder der Steuerspar-Aspekt. Dem Finanzamt ist allerdings glaubhaft darzulegen, dass mit der Immobilie Einkünfte erzielt werden sollen. Feriendomizile, die man aus-schließlich selbst nutzt oder Dritten unentgeltlich zur Nutzung überlässt, eignen sich also nicht zum Steuern sparen. Eine solide Bonität vorausgesetzt, ist der Kauf einer Ferienimmobilie sogar mit geringem Eigenkapital möglich, denn den Löwenanteil sollen die Feriengäste und das Finanzamt zahlen. Der tatsächliche Kapital-einsatz nach 20 Jahren beträgt gerade einmal 30 Prozent des Kaufpreises, rechnet Ferienhaus-Spezialist Wolfgang Henrichs von Henrichs & Partner vor.

© DP@NEW-ECON.DE

   
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