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Dem Energieverlust auf der Spur


Infrarot-Thermografie weist auf Wärmebrücken und Undichtigkeiten hin
Draußen frostig kalt, drinnen kuschelig warm - von diesem Idealzustand sind viele Häuser in der kalten Jahreszeit weit entfernt. Der Grund: Mangelnde Dämmung und Luftundichtigkeiten sorgen für schleichende Wärmeverluste, die sowohl dem Geldbeutel als auch der Umwelt schaden. Bei der Suche nach der Ursache leisten moderne Analyseverfahren wie die Infrarot-Thermografie wertvolle Dienste.
Mit dem Inkrafttreten der so genannten Energieeinsparverordnung (EnEV) vor rund einem Jahr gelten für den Energieverbrauch und die Wärmedämmung von Immobilien nun strengere Maßstäbe. Eigentümer von Altbauten, die ihre Immobilien sanieren oder modernisieren wollen, müssen dabei ebenfalls die Vorgaben der EnEV erfüllen. Nach dem Verständnis des Gesetzgebers sind diese Aktivitäten auch dazu zu nutzen, die Energiebilanz der Immobilie zu verbessern und Wärmeverluste zu minimieren.
   

Schätzungsweise 95 Prozent der benötigten Heizenergie des gesamten Wohnungsbestandes entfällt auf Altbauten, die vor 1984 errichtet wurden. Energiesparende Modernisierungsmaßnahmen wie zum Beispiel verbesserte Wärmedämmung oder der Austausch alter Heizanlagen können dazu beitragen, diesen Heizenergiebedarf deutlich zu verringern. Insbesondere durch nachträgliche Wärmedämmung kann viel Energie eingespart werden. Eine Studie, bei der der Energieverbrauch von Gebäuden untersucht wurde, die zwischen 1900 und 1971 errichtet und zwischen 1977 und 1991 saniert wurden, kam zu dem Ergebnis, dass durch diese Maßnahmen der Heizenergiebedarf um durchschnittlich 45 Prozent verringert werden konnte.

Die EnEV, die die Energiebilanz eines Hauses in ihrer Gesamtheit betrachtet, lässt dem Besitzer die Wahl, mit Hilfe welcher Maßnahmen Energieverbrauch und Wärmeverluste verringert werden können - durch bauliche oder durch anlagentechnische Veränderungen. Typische Schwachstellen von Altbauten liegen vor allem im Bereich der Wärmedämmung so genannter Außenbauteile, also bei Außenwänden und -putz, Fenstern und obersten Geschossdecken.

   

Doch wie lässt sich der Wärmestatus eines Hauses in seiner Gesamtheit ermitteln, um die geplanten Maßnahmen zur Wärmedämmung auch an den richtigen Stellen umsetzen zu können? Per Augenschein hat der Hausbesitzer kaum die Möglichkeit exakt festzustellen, wo die wärmetechnischen Schwachstellen seiner Immobilie liegen. Als eine hilfreiche Analysemethode, um typische "Problemzonen" wie schlecht gedämmte Fassaden, Dächer oder Fenster zu entlarven, hat sich die so genannte Infrarot-Thermografie bewährt. Bei dieser Technologie handelt es sich vereinfacht gesagt um eine fotografische Aufnahme der Oberflächentemperatur eines Gebäudes.

Da thermografische Aufnahmen auf den ersten Blick ein Vielzahl scheinbarer Fehler sichtbar machen, raten Experten, das Haus vorher durch einen Bauingenieur, Architekten oder Gebäude-Energieberater auf Schwachstellen prüfen zu lassen. Anschließend kann die Umsetzung der thermografischen Analyse genauer geplant werden. Auch Details wie Heizkörper oder Wasserrohre können das Thermografie-Ergebnis verfälschen oder zumindest die Interpretation erschweren. So sollten Thermografien nach Möglichkeit von innen nach außen erfolgen und der Temperaturunterschied sollte dabei mindestens 15 Grad Celsius betragen, weshalb sich besonders die Wintermonate für die Durchführung anbieten.

   

Um Luftundichtigkeiten aufzuspüren, wird die Thermografie oft mit einer weiteren Analysemethode kombiniert, dem so genannten Blower-Door-Verfahren. Dabei erzeugt ein in die Außentür eingesetzter Ventilator einen Unter- bzw. Überdruck im Haus.

Nicht nur die Sanierung und Modernisierung profitiert vom Einsatz der Infrarot-Thermografie sowie des Blower-Door-Verfahrens, auch bei Neubauten, die kurz vor der Fertigstellung stehen, hilft der Einsatz dieser Technologien. Eventuell nötige Nachbesserungen lassen sich in diesem Stadium noch mit vergleichsweise geringerem Aufwand umsetzen. Die Kosten für thermografische Untersuchen liegen je nach Anbieter bei rund 500 bis 1.500 Euro. Thermografische Analysen werden von speziellen Dienstleistern, aber auch von regionalen Energieversorgern, TÜV oder Dekra durchgeführt.

© Insignio (cp)

   
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