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Sonnenkraft ins Haus holen


Mit Solaranlagen Geld sparen und die Umwelt entlasten
Auf immer mehr Dächern fangen sie die Energie der Sonne ein und entlasten damit Geldbeutel und Umwelt: Solarkollektoren. Dank ausgereifter Technik, akzeptabler Preise und staatlicher Fördermaßnahmen setzen mittlerweile über eine halbe Million Haushalte auf diese umweltfreundliche Möglichkeit zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Tendenz steigend, denn pro Jahr kommen rund 100.000 Anlagen mit insgesamt ca. 750.000 Quadratmetern Kollektorfläche hinzu.

Die fossilen Energieträger werden langsam aber sicher knapp, was mittelfristig zu weiteren Preissteigerungen bei Öl und Gas führen dürfte. Zudem wirkt sich ihr Verbrauch negativ auf unser Klima aus. Diese Gründe sprechen dafür, sparsam und effizient mit unserer Energie umzugehen. Moderne solarthermische Anlagen leisten dazu einen wesentlichen Beitrag - insbesondere in den Sommermonaten.

Pro Jahr sind in unseren Breitengraden rund 1.500 bis 2.000 Sonnenstunden zu verzeichnen. Genug, um mithilfe einer gut geplanten Solaranlage etwa zwei Drittel bei der Brauchwassererwärmung und bis zu einem Drittel Heizenergie einzusparen. Wie hoch das Einsparpotenzial genau ausfällt, hängt von der Größe und dem Neigungswinkel der Kollektorfläche, der Sonnenscheindauer vor Ort und einer optimalen Südausrichtung ab.

Für den Bedarf eines Vier-Personen-Haushalts in einem Einfamilienhaus sollte eine Kollektorfläche von 4 bis 6 Quadratmetern in Verbindung mit einem 300 bis 450 Liter fassenden Speicher installiert werden. Sofern die Solaranlage auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden soll, empfiehlt sich eine größere Kollektorfläche.

   

Solarthermische Anlagen bestehen aus einem Sonnenkollektor, einer Regeleinheit mit Pumpe und einem gut gedämmten Warmwasserspeicher. Im Kollektor nehmen beschichtete Kupferbleche die Sonnenenergie auf und geben sie an die darunter angebrachten Kupferrohre ab, die die darin befindliche Flüssigkeit erwärmen. Mittels Pumpe wird die Flüssigkeit zum Wärmetauscher transportiert, wo sie ihre Energie an das Wasser im Speicher weitergibt.

Hierzulande kommen vor allem Flach-, Vakuum- und Luftkollektoren zum Einsatz. Aufgrund ihrer optimierten Dämmeigenschaften erzielen Vakuumkollektoren eine rund 80 Prozent höhere Energieausbeute, sind allerdings auch um rund ein Drittel teurer als Flachkollektoren, die laut Stiftung Warentest mittlerweile ebenfalls äußerst effizient arbeiten.

Die Montage einer Solaranlage nimmt in der Regel nicht mehr als zwei bis drei Tage in Anspruch und erfolgt als so genannte Dachintegration- oder Überdachmontage. Doch auch eine Fassaden- oder Balkonmontage bzw. Freiaufstellung ist möglich. Der Einbau einer Solaranlage bedarf in Deutschland im Regelfall keiner Baugenehmigung, Ausnahmen bestehen bei denkmalgeschützten Gebäuden.

   

Schon seit vielen Jahren wird der Einbau bzw. die Nachrüstung solarthermischer Anlagen vom Staat gefördert. Dennoch konnte von schneller Amortisation bislang kaum gesprochen werden. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Anlagen sind heutzutage nicht nur effizienter, langlebiger und wartungsärmer als früher, sondern aufgrund der hohen Produktionsmenge auch preisgünstiger. Bei einer Testreihe der Stiftung Warentest schnitten sämtliche Kollektoren bzw. Solaranlagen mit dem Urteil "gut" bzw. "sehr gut" ab.

Zusammen mit der staatlichen Förderung rechnet sich die Investition in eine Solaranlage mittlerweile durchaus. Anfang Februar 2003 wurden die Zuschussbeträge pro Quadratmeter Kollektorfläche im Rahmen des Förderprogramms "Erneuerbare Energien" sogar nochmals erhöht - von bisher 92 Euro auf nun 125 Euro. Diese spezielle Fördermaßnahme läuft bis Anfang 2004. Vielerorts stellen Kreise und Kommunen weitere Fördergelder bereit.

Für eine Anlage mit Flachkollektoren für einen 4-Personen-Haushalt sind inklusive Montage rund 4.000 bis 6.000 Euro zu veranschlagen. Für Anlagen, die über die Brauchwassererwärmung hinaus die Heizung unterstützen sollen, werden weitere 3.000 bis 5.000 Euro fällig. Bei Bestandsimmobilien bietet sich die Nachrüstung einer Solaranlage in Zusammenhang mit einer anstehenden Heizungsmodernisierung oder Dachsanierung an. Meist werden dafür weitere Fördergelder bereitgestellt.

© Insignio (cp)

   
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