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In aller Ruhe


Umzug
Ein stressfreier Umzug? Stimmt, das ist wahrschein- lich unmöglich. Aber mit ein wenig Planung schafft man es zumindest, den Stress in Grenzen zu halten. Die alte Weisheit "Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt" muss sich nicht bewahrheiten, wenn man vor allem rechtzeitig mit der gedanklichen und praktischen Vorbereitung beginnt.
In aller Regel beginnt der Umzug mit der schriftlichen Kündigung der alten Wohnung. Bei unbefristeten Verträgen gelten drei Monate Kündigungsfrist, Gründe brauchen nicht genannt werden. Sobald das alte Heim nur noch auf Zeit existiert, muss natürlich ein neues her. Neben der guten alten Zeitungsanzeige bieten Online-Wohnungsbörsen sehr gute und vor allem stressfreie Möglichkeiten, in aller Ruhe nach genau vorgegebenen Kriterien passende Wohnungen suchen zu lassen. Wohnungsofferten – egal ob auf Papier oder virtuell – haben ihre eigene Sprache. Bei der Angabe der Miethöhe etwa muss auf die genaue Formulierung geachtet und im Zweifel nachgefragt werden, sonst gibt’s böse Überraschungen.

Bei der Miethöhe gilt: Kaltmiete ist der reine Mietzins. Warmmieten beinhalten daneben bereits Heiz- und Betriebskosten – sind also Inklusivmieten, die alles abdecken. Ob das in einem Wohnungsangebot tatsächlich gemeint ist, muss nachgefragt werden. Bruttowarmmieten setzen sich dagegen aus Kaltmiete und Heizkosten zusammen, die Betriebskosten kommen hier noch dazu.

Wohnungen, die in die engere Wahl kommen, nimmt man bei der Besichtigung sehr genau unter die Lupe. Nur keine Scheu! Mängel sollten offen angesprochen werden, ins Wohnungsübernahme-Protokoll gehören sie sowieso hinein. Der Vermieter hat sie dann bis zum Einzug zu beseitigen, da er eine einwandfreie Wohnung schuldet. Wenn nicht, kann die Miete prozentual gemindert werden.
   
Ohne Stress sollte auch der Mietvertrag unterzeichnet werden. Keinesfalls darf man sich sofort zu einer Unterschrift drängen lassen. Wer Mitglied im Mieterbund ist, kann sich dort fachkundige Hilfe holen. Sind die Nebenkosten einzeln aufgeführt und deren Zahlungsweise festgelegt? Stimmt die Wohnungsgröße? Im Zweifel noch mal nachmessen! Was ist zu Schönheitsreparaturen gesagt? Klauseln, die Mieter zur Renovierung bei Ein- und Auszug verpflichten, sind Unfug. Als angemessene Fristen zur Renovierung gelten für Bad und Küche drei, für Wohn- und Schlafräume sowie Flur fünf und für Nebenräume sieben Jahre – immer gerechnet ab Mietbeginn.
   
Wie kommen Möbel, Teppiche und Umzugskisten vom alten ins neue Domizil? Stressfrei ist der Komplett-service, den Spediteure bieten. Die Packer erledigen alles, vom Ein- und Auspacken der Kisten bis hin zur Demontage und Montage der Möbel. Aber das kostet natürlich! Für kleine Haushalte mit geringen Finanzen und großem Freundeskreis reicht auch ein Leihwagen, der schon für weniger als 100 Euro pro Tag gemietet werden kann. Dazwischen liegen ganz "normale" Umzüge, bei denen man zumindest das Schleppen den kräftigen Kerlen vom Umzugsservice überlässt. Gute Spediteure erkennt man zum Beispiel daran, dass sie dem "Bundesverband Möbelspedition (AMÖ)" angehören, der Qualitätsstandards garantiert. Achtung: Am Umzugstag sollte vor der alten und der neuen Wohnung ein ausreichend großer Parkplatz für den Möbelwagen reserviert, Kinder und Tiere in Pflege gegeben und eine "Notfallkiste" mit Werkzeug, Pflaster, Besen u.ä. separat gestellt werden. An die Verpflegung für Familie und Helfer denken!

Parallel zu den reinen Wohnungsfragen müssen ab etwa vier Wochen vor dem Umzug Behörden, Schulen, Arbeitgeber, Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Telefon- und Kabelanbieter und alle, mit denen man irgendwie zu tun hat, über die neue Adresse informiert werden.

© EP@NEW-ECON.DE
Foto: djd / Bona

Original-Ansicht des Artikels aus AM SONNENPLATZ Ausgabe 3/2006 (PDF)
   
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