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Bodenspekulationen


Tipps zur Auswahl von Bodenbelägen
Was für ein Bodenbelag darf’s denn sein? Die Antwort auf diese Frage fällt angesichts des riesigen Angebots an unterschiedlichen Belägen, attraktiven Farben und ansprechenden Mustern schwer. Kenntnisse über Materialien und die damit verbundenen Eigenschaften können jedoch die Qual der Wahl erleichtern.
Generell gilt: Fast alle Beläge mit glatten Oberflächen eignen sich für sämtliche Bereiche, einschließlich Küche und Bad. Textile Beläge hingegen sollten nur für Wohn- und Schlafräume, Kinder- und Arbeitszimmer sowie Flure in Frage kommen.

Unter dem Begriff textile Beläge fasst man Teppiche und Teppichböden zusammen, die aus Natur- oder Kunstfasern bzw. aus Fasergemischen bestehen. Zu den altbewährten Klassikern zählen hier Teppiche aus Sisal und Kokosfaser. Diese Naturmaterialien verleihen einem Raum Ruhe und Natürlichkeit. Sisalteppiche bestehen aus den Fasern der Agavepflanze. Der rustikale Belag ist trittschalldämmend und verschleißfest. Kokosbeläge bestehen meist aus Kokos- und Sisalfasern und verfügen über die gleichen Eigenschaften wie Sisalteppiche. Beide Beläge müssen regelmäßig gesaugt werden und eignen sich insbesondere für stark strapazierte Bereiche wie Hauseingänge und Flure, können aber auch im Wohn- und Schlafzimmer verlegt werden. Nicht zu empfehlen sind sie wegen ihrer rauen Oberfläche für Kinderzimmer und wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit für Bad und Küche.

   
Teppichböden bestehen aus synthetischen Fasern (Polyamid, Polyacryl, Polyester und Polypropylen) oder aus Tierhaaren bzw. aus einem Materialmix von Natur- und Kunstfasern. Die allgemein übliche Verlegeart ist das vollflächige Verkleben auf dem vorhandenen Boden. Die lose Verlegung (stellenweise fixiert) ist dann angebracht, wenn der vorhandene Boden nicht beschädigt werden darf oder wenn der Belag später wieder aufgenommen werden soll.

Teppiche verleihen einem Raum Wärme und Geborgenheit, elegant wird es, wenn ein Velourboden in dezenten Farben ausgelegt ist. Die Reinigung erfolgt durch bürsten oder staubsaugen, in Abhängigkeit von Beanspruchung und Verschmutzung kann eine feuchte Grundreinigung (z.B. Schamponieren) notwendig werden.

   
Teppichböden können generell in allen (trockenen) Wohnbereichen eingesetzt werden. Um sich jedoch über Jahre an ihm zu erfreuen, sollte man bei der Auswahl eines Teppichbodens auf das Teppichsiegel achten. Es informiert mit dem Komfortwert über Höhe und Dichte der Oberfläche und damit über die Qualität, woraus die Nutzschicht besteht, über den Einsatzbereich und die Beanspruchbarkeit. Für ein Schlafzimmer reicht die Kategorie „mittel“, ein Kinderzimmer hingegen braucht den Wert „stark“. Alle wichtigen Zusatz-Eignungen sind durch Symbole (u.a. Stuhlrolle eines Drehstuhls, Treppe, Fußbodenheizung) dargestellt. Eine Schadstoffprüfung, z.B. durch die Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GUT), bestätigt, dass der Teppichboden umweltfreundlich hergestellt ist und keine Schadstoffe wie Asbest, FCKW, Formaldehyd oder Pestizide enthält.
   
Zu den elastischen Belägen, die in wunderschönen Farben und ansprechenden Mustern erhältlich sind, gehören Linoleum, Kautschuk und Cushioned Vinyls (CV). Linoleum ist ein altbewährtes Material und wird aus Leinöl, Naturharz, Kork, Holz, Kreide und Jute hergestellt. Der Bodenbelag ist strapazierfähig, langlebig, pflegeleicht und eignet sich für den gesamten Wohnbereich. Im Bad ist Vorsicht angebracht, da Linoleum empfindlich auf Nässe reagiert. Kautschukbeläge, die aus Natur- und Industriekautschuk hergestellt werden, sind pflegeleicht, langlebig, fußwarm und nahezu unverwüstlich. Auf Grund dieser Eigenschaften können sie im gesamten Haus einschließlich Treppe, Flur, Küche, Bad und Hobbyraum verlegt werden. Kautschuk weist eine Besonderheit auf: Es ist beständig gegen Zigarettenglut.

Bei CV-Belägen handelt es sich um PVC-Schaumbeläge mit strukturierter Oberfläche und mehrschichtigem Aufbau. Sie sind pflegeleicht, weich, fußwarm und dämpfen den Trittschall und eignen sich für sämtliche Wohnbereiche, Küche und Bad, aber auch Treppenhaus, Eingangsbereich oder Hobbyraum.

Auch Kork zählt zu den elastischen Böden und ist in unterschiedlichen materialspezifischen Farbtönen erhältlich. Die Beläge werden aus der Rinde der Korkeiche hergestellt und mit unbehandelter, gewachster oder mit Kunststoff beschichteter Oberfläche angeboten. Der Boden verleiht einem Raum eine natürlich wirkende Behaglichkeit, ist elastisch, trittschalldämmend, widerstandsfähig, fußwarm und angenehm zu begehen. Er eignet sich für alle Bereiche, auf Grund der Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit allerdings nur bedingt für Badezimmer.

Alle elastischen Beläge haben eine geschlossene Oberfläche und sind daher sehr leicht sauber zu halten. In der Regel müssen sie nach der von den Herstellern empfohlenen Erstpflege im normalen Alltag nur feucht gereinigt und bisweilen mit speziellen Pflegemitteln behandelt werden. Im Gegensatz zu den Teppichen gibt es für diese Produkte keine einheitliche Kennzeichnung, die Auskunft über Zusammensetzung, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten gibt.

   
Steht fest, ob es ein textiler oder elastischer Bodenbelag sein soll, kann man die Qual der Wahl auf Farbe und Muster begrenzen. Hierbei ist beachten, wie die Wände gestaltet sind und was für Möbel in dem Zimmer stehen, denn mit dem Boden fasst man den gesamten Raum zu einer Einheit zusammen. Farbenfrohe Möbel stehen ausgezeichnet auf einem dezenten Belag, auf einem bunt gemusterten Boden wiederum kommen einfarbige Möbel hervorragend zur Geltung.

© Insignio (jh)
Fotos: Vorwerk 2004 (2), Freudenberg Bausysteme

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