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Augen auf beim Pflanzenkauf


Vergiftungsgefahren vorbeugen
Im Garten grünt und blüht es derzeit wunderschön. Doch es gibt auch giftige Pflanzen, die nicht in den Familiengarten gehören. Frühzeitige Information schafft Sicherheit – bei der Pflanzenwahl und im Notfall.

Der Sommer ist die mit Abstand schönste Zeit des Jahres und für eine Familie dann besonders angenehm, wenn sie einen Garten besitzt, in dem die Kinder herumtollen können. Hier blühen Blumen und Büsche in vielen fröhlichen Farben und locken mit ihren herrlichen Blüten, schönen Düften und lecker aussehenden Früchten nicht nur Bienen, sondern auch neugierige Kinder an. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder, die gerade in den Sommermonaten in der Natur neue, aufregende Dinge entdecken. Doch viele Pflanzen haben Bestandteile, an denen sich gerade kleine Kinder vergiften können. Besonders gefährdet sind die Zwei- bis Dreijährigen, weil sie ihre Umwelt durch Lutschen und Kauen entdecken und sich Blätter, Blüten und Früchte in den Mund stecken können.

Eltern sollten sich deshalb vor dem Pflanzenkauf gut darüber informieren, ob eine Pflanze giftige Bestandteile hat und dann sicherheitshalber vom Kauf Abstand nehmen. Dies betrifft vor allem folgende Pflanzen:

  • blauer und gelber Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Tollkirsche

   
Herbstzeitlose

Der blaue bzw. gelbe Eisenhut zählt zu den gefährlichsten heimischen Giftpflanzen. Sein Gift, das sich in allen Pflanzenteilen, vor allem aber in den Wurzeln und Samen befindet, kann schon beim Pflücken in die Haut eindringen und schwere Vergiftungen verursachen. Ebenfalls komplett giftig ist die als Kübelpflanze sehr beliebte Engelstrompete, die u.a. Lähmungen und Halluzinationen hervorrufen kann. Beim wunderschön anzusehenden Goldregen gelten bereits 3-4 Früchte bzw. 15-20 Samen als tödliche Dosis bei Kindern.

Die Herbstzeitlose, die zwischen August und Oktober zart rosa bis lilafarben blüht, wird oft mit Bärlauch und Krokussen verwechselt und dadurch als harmlos eingestuft. Die Blume, die auch den Beinamen Giftkrokus trägt, enthält jedoch das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist. Giftig sind alle Teile der zur Familie der Liliengewächse zählende Pflanze. Besonders gefährlich sind die zahlreichen, dunkelbraunen Samen. Bereits 5-10 Samen können Erwachsene, eine wesentlich geringere Dosis Kinder in Lebensgefahr bringen. Auch die Tollkirsche gehört nicht in einen Familiengarten, denn alle Pflanzenteile und insbesondere die Früchte enthalten hochwirksames Gift. Bereits zwei Beeren können für Kinder und zehn für Erwachsene lebensgefährlich sein.

   
Engelstrompete
Neben diesen wirklich giftigen Pflanzen gibt es eine sehr lange Reihe von Blumen und Büschen, die insbesondere bei Kleinkindern Vergiftungen verursachen können. Eltern von kleinen Kindern sollten sich vor dem Pflanzenkauf informieren, ob eine Pflanze giftige Bestandteile hat. Auf jeden Fall sollten sie die oben genannten sechs Pflanzen aus dem Familiengarten verbannen und Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt spielen lassen. Älteren Kindern kann man erklären, bei welchen Pflanzen sie aufpassen müssen – sie verstehen es, dass die Beeren der Eberesche nur den Vögeln gut schmecken.
   

Hat das Kind trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ein Pflanzenteil verschluckt, heißt es: Ruhe bewahren und das Kind beruhigen, denn in den meisten Fällen verlaufen solche Fälle glimpflich ab. Nähere Informationen erhält man über eines der Giftinformationszentren (GIZ), die es in Berlin, Bonn, Erfurt, Freiburg, Göttingen, Homburg/Saar, Mainz, München und Nürnberg gibt. Schildern Sie möglichst genau:

  • um welche Pflanze es sich handelt,
  • welche Pflanzenteile gegessen wurden,
  • welche Menge gekaut und/oder ausgespuckt wurde,
  • wie viel verschluckt wurde,
  • welche Symptome bisher aufgetreten sind und
  • was bisher unternommen wurde.
   

Treten heftige Übelkeit, Benommenheit oder andere Symptome auf, sollten ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden. Nehmen Sie Teile der Pflanze zur Identifikation mit. Informieren Sie den Arzt gegebenenfalls über die Empfehlungen des GIZ.

Umfassende Hinweise finden Eltern in der Broschüre „Achtung! Giftig! Vergiftungsunfälle bei Kindern“, die die Aktion „Das sichere Haus“ (DSH) gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft herausgegeben hat.Sie enthält auch die Adressen und Telefonnummern der deutschsprachigen Vergiftungsberatungsstellen.

© Insignio (jh)
Fotos: DSH

   
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