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Wohnen nach Maß


Das Eigenheim flexibel planen
Gibt es die "Immobilie für alle Fälle", die sich jedem Lebensabschnitt, jeder Lebenssituation anpasst? Wenn eine Immobilie mehrere Lebensabschnitte begleiten soll, muss sie flexibel geplant werden.
Flexibilität - eine Anforderung, die das tägliche Leben mittlerweile an jeden stellt, tritt in der heutigen Zeit auch beim Immobilienbesitz mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei bezieht sich die Flexibilität nicht nur auf die bauliche Situation - Ausbaureserven oder Rückbaumöglichkeiten beispielsweise. Vielmehr ist auch bei der Finanzierung eine umfassende Beratung gefragt, wenn die Immobilie gleich mehrere Lebensabschnitte überdauern soll. Es geht um Kosten und Flächen sparendes Bauen, Energiesparmaßnahmen und umweltverträgliche Baustoffe. Aber auch soziale Aspekte sind wichtig: Generationen übergreifende Modelle, die sinnvolle Nutzung zu groß gewordenen Wohnraums oder der kostengünstige Rückbau sind Themen, die Bauherren in unserer Zeit beschäftigen. Wer frühzeitig mögliche Veränderungen einkalkuliert, hat später Lösungen für verschiedene Lebenssituationen parat.

Gerade beim Thema Finanzierung sollten sinnvollerweise zukünftige Finanzierungs-Bausteine wie Erbe, Auszahlung von Versicherungsprämien etc. einkalkuliert, staatliche Fördermittel und steuerliche Möglichkeiten optimal ausgeschöpft werden. Genauso wichtig ist es, an einen späteren Verkauf der Immobilie zu denken, wenn diese zu groß geworden ist. All diese Überlegungen haben Auswirkungen auf Darlehensform, -zeitraum und Tilgungsmodalitäten einer individuellen Finanzierung. Schließlich ist modernes Wohnen ein dynamischer Prozess, bei dem die geeigneten Finanzbausteine sorgfältig gewählt werden müssen.

   
Bei konventioneller Bauweise sind die Veränderungsmöglichkeiten nicht so vielfältig. Hier kommt es schon in Vorfeld auf vernünftige Planung an: Wer gleich zwei separate Hauseingänge plant, kann im Alter eine Haushälfte vermieten oder verkaufen. Keller- und Dachgeschoss bieten Raumreserven, die sich kostengünstig ausbauen lassen. Die spätere Nutzung als separate Einlieger- oder Dachgeschosswohnung lässt sich auch hier im Vorfeld einplanen.

Modulares Bauen ist nicht nur wirtschaftlicher; es eröffnet neue Gestaltungsspielräume. Ursprünglich kommt das Prinzip aus dem Holzbau und ist im Fertighausbau bereits lange erprobt. Die Konfektionierung kleinerer Baumodule spart Zeit und Kosten, durch Zusammenstellung verschiedener Module entstehen individuelle Wohnräume. Spinnt man diesen Gedanken weiter, kommt man zu echten modularen Wohneinheiten nach dem "Baukastenprinzip". Dabei ist jedes Modul ein eigenständiger Raum mit Boden, Decke und Wänden, der nach den individuellen Bedürfnissen - den räumlichen Gegebenheiten sowie den finanziellen Möglichkeiten - des Bauherren zusammengesetzt wird. Die Modulbauweise erlaubt gleichzeitig einen einfachen Um- oder Abbau von Räumen, wenn die Lebensumstände dies erfordern.

   
Beim Sanieren bereits bestehender Bausubstanz werden Module ebenfalls immer wichtiger. Bei der Strangsanierung werden beispielsweise komplette Installationsschächte als vorgefertigte Bauteile über mehrere Geschosse ausgetauscht, selbst in bewohnten Räumen. Haustechnik und Installation sind so komplex geworden, dass dies nur mit Vorfertigung elegant und wirtschaftlich zu bewerkstelligen ist. Vorfertigung bedeutet jedoch immer perfektere Planung des Projektes, gerade im Hinblick auf mögliche zukünftige Anforderungen.
   
Vor dem Hintergrund einer immer notwendiger werdenden Mobilität entwickeln sich neue Wohnformen. Singlehaushalte sind im Kommen und haben erhebliche Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur. In Japan kann man mobile Kleinsthäuser bestaunen, und auch in Europa kommen vereinzelt vorgefertigte Einraumhäuser auf den Markt. Im Wettbewerb mit Fertiglösungen setzt zeitgemäße Architektur auf neue Raumerlebnisse. Zunächst ist Bauen im Kleinen verhältnismäßig teurer, bedeutet jedoch zugleich, die Grundfläche zu schonen. Anstelle des Einzelhauses für Singles bieten sich Gemeinschaftsprojekte an, die anregende Architektur und Wohnkultur schaffen. Gemeinsames aber unabhängiges Wohnen jenseits tradierter Familienstrukturen erfordert eine angemessene Architektur. Und: Bei aller Funktionalität und Reduktion sollte die Architektur dem Leben ausreichend Spielraum gewähren.

© Insignio (cp)

   
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